Donnerstag, 31. März 2011

Am Anfang steht Paul Breitner

Was macht eigentlich, Paule Breitner? Ist der 74er-Weltmeister mit der wallenden Lockenpracht noch ein Begriff?

Ich denke schon. Dazu erinnere ich mich an meine Kindheit. Damals zierte Paule Breitners Konterfei den Latz meiner ersten Fußballtreter. Wesentlich später flatterte nach einem Umzug gar eine signierte Breitner-Autogrammkarte über meinem neu aufgebauten Schreibtisch.Kürzlich übergab mir der Postbote ein Päckchen, das ein Paule Breitner T-Shirt in sich trug, welches die kommenden warmen Tage des Frühlings erträglich macht. Man merkt, ein wenig steht Paule Breitner für etwas Beginnendes. Ob sich etwa Parallelen zu Zeiten auftun, in denen Paule Breitner noch runden Bällen hinterherjagte?

Das könnte durchaus sein. Immerhin erzielte er als erster und bisher einziger deutscher Kicker in zwei WM-Endspielen einen Treffer. Paule Breitner war der erste Kicker des FC Bayern, den sich Real Madrid geangelt hat. Paule Breitner war dazu der erste Star von Real Madrid, der danach zu Eintracht Braunschweig niederfuhr. Außerdem war Paule Breitner Vorreiter für alle Kicker, die in seiner Spur durch den Staub sonderbarer Western-Streifen wie Potatoe-Fritz galoppieren möchten.

Um den Weg zur Ausgangsfrage zu finden. Paule Breitner ist heute Chef-Scout des FC Bayern. Das hat weniger mit den Meriten seiner kruden Western-Vergangenheit zu tun als mit fußballerischem Sachverstand. Und in diesen turbulenten Wochen könnte er als Chef-Scout von seinen Bossen, Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge, folgenden Auftrag erhalten haben. Paule Breitner soll ein beim FC Bayern existierendes Defensivproblem lösen. Schließlich herrscht dort in den hintersten Reihen eine Art Wildwest. Und dies missfällt seinen beiden Bossen, hoch auf dem Rekordmeister-Ross, aufs Ärgste. Doch, vielleicht lässt sich dieses Problem schneller lösen als gedacht.

Denn als vor Kurzem in diesen vier Blogwänden sozusagen der LIBERO wieder zum Leben erweckt wurde, spross hier kurz ein zartes Pflänzchen Hoffnung. Speziell, dass Paule Breitner mit seinem Feldstecher, ja genau, den LIBERO für seinen FC Bayern in den Fokus nimmt. Paule Breitner selbst war nie Libero. Doch spielte Paule nicht mit Franz, dem besten aller besten Fünfer, Seite an Seite? Ist Breitner ob seines eigenwilligen bis störrischen Wesens nicht selbst stets „freier Mann“ gewesen. Einer, der vermag Altbewährtes im Internet aufzuspüren, um ein Bayern-Bollwerk aufzubauen?

Doch die Hoffnung ist dahin! Hinreichende Netzrecherche allein hätte gereicht, um herauszufinden, dass Paule Breitner unlängst die Antwort auf den Titel eines Buchdeckels notiert hat. Er schrieb: „Ich will kein Vorbild sein!“. Das heißt, Paule Breitner wird keine Liberos googeln! Damit gilt: der LIBERO wird in diesen vier Blogwänden bleiben und künftig Tagträume vermeiden, die mit dem FC Bayern zu tun haben.

Dennoch, schaun‘ mer mal, was aus dem LIBERO so wird. Ob im Übrigen etwas an dem Gerücht dran ist, dass in seinem Rentner-Domizil ein gewisser Otto Rehhagel folgende Bitte an seine Gattin ausgesprochen haben soll? „Beate, tipp ma‘ Libero in diese Suchmaschine ein. ELL – Iiii - Bee…“.

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