Freitag, 25. September 2015

»Rummenigge, what a man«

Gratulation! Der olle Karl-Heinz Rummenigge feiert heute seinen 60. Geburtstag. Rummenigges seltsame Sprüche blenden wir einmal aus und blicken kurz zurück. Auf die Anfänge seiner Karriere in den wilden Siebzigern. Weiland ward der gebürtige Westfale  beim FC Bayern noch  »Rotbäckchen« genannt und der jüngst verstorbene Dettmar Kramer soll seinem Jüngling aus Lippstadt vor wichtigen Spielen angeblich Cognac eingeflößt haben, um dessen flatternde Nerven zu entspannen.

Später, als Rummenigges Nervosität geringer wurde, nahmen dafür die Loblieder auf den mittlerweile großen Kalle kaum ein Ende. Zunächst die britischen Barden Alan & Denise, die die sich 1983 zu der Single Rummenigge hinreißen ließen. Grund hierfür soll Rummenigges Galaabend am 13. Oktober 1982 im Wembleystadion gewesen sein, an dem er beide deutsche Tore beim 2:1-Triumph gegen England beisteuerte und der englische Kommentator vor Begeisterung überschäumend frohlockt haben soll: »Rummenigge, what a man«.

Irgendwann danach wurde dann die völlig bescheuerte deutsche Version vertont, in der Wolfgang (Fierek) und Cleo (Kretschmer) von Kalles strammen Schuss, seinen sexy Knien und auch ansonsten von „Rummenigge, Rummenigge, Tag und Nacht “ trällern...

 

Sonntag, 20. September 2015

Singing-Sunday #3: Eine Ode an Ewald Lienen

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero«  den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Es zeugt von Takt, wenn dieser Tage auf Tribünen, im Netz und sonstwo Unterstützung für die aufrechte und aufrichtige Haltung des FC St. Pauli erklingt. Die Diekmann'sche Grätsche gegen den Klub und dessen Werte war im übertragenen Sinne so blutig wie jene, mit der einst Norbert Siegmann den jungen und zotteligen Ewald Lienen fällte. Jener Ewald Lienen ist bekanntlich längst auf St. Pauli als Trainer angekommen und wirkt als bester Pauli-Botschafter nicht nur an den Seitenlinien der Rasenrechtecke fast emblematisch für den Klub. Knorrig, kritisch, eigenwillig, ehrlich, weltoffen. 

Es fühlt sich mitunter an, als habe Ewald Lienen in seiner langen Karriere schon immer als Pauli-Trainer seine Zettel vollgekritzelt. Kurzum: Der Topf scheint einen Deckel gefunden zu haben. Kein Wunder, dass der Heilige Ewald schon nach wenigen Monaten als Dank für den mit Blut, Schweiß und Tränen erkämpften Zweitliga-Klassenerhalt Ende Mai bereits ein eigenes Lied kredenzt bekam. Daher folgt nun Fettes Brot mit einer Ode an Ewald Lienen.

 

Dienstag, 15. September 2015

Der Mann mit der Mütze

Heute Abend steht zwar der Auftakt der Gruppenphase der Champions League auf dem Programm und Jürgen Klopp wird dieser Tage schmunzelnd vernehmen, dass die Fans des FC Liverpool unter dem Hashtag #KloppForTheKop seine Inthronisierung an der Anfield Road herbeitwittern wollen.

Doch vergesst mir nicht, dass Helmut Schön heute 100 Jahre alt geworden. Der Mann mit der Mütze, der feinsinnige, sensible Sachse, bei dem harsche Pressekritik oder wichtige Spiele schon einmal Magenschmerzen ausgelöst haben sollen. Im November 1978 wurde Schön, der zunächst Assistent von Sepp Herberger und zuvor Nationaltrainer des Saarlands war, im Vorfeld des Länderspiels gegen Ungarn im Berliner Olympiastadion nach 14-jähriger Amtszeit und 139 Länderspielen (87 Siege, 30 Remis, 22 Niederlagen) offiziell vom DFB als Bundestrainer verabschiedet.

Doch noch immer ist Helmut Schön, der selbst ein veritabler Stürmer gewesen war, der erfolgreichste aller Bundestrainer. Zur Schön-Ära gehören selbstredend nicht nur die tollen Triumphe mit Beckenbauer, Müller, Breitner und wie sie alle heißen bei der EM '72 oder der WM '74. Da wären auch denkwürdige Niederlagen gegen die DDR, gegen England im Wembley-Finale 1966, im Jahrhundertspiel gegen Italien oder das Cordoba-Fiasko gegen Österreich. In Erinnerung bleiben sollte ebenfalls Schöns kluge wie verblüffend zeitlose Philosophie vom Fußball:

»Fußball ist, auf seine Weise, ein spielerisches Modell unserer gesellschaftlichen Verhältnisse: so einfach, dass jeder es verstehen kann, so variationsreich, dass – wie im Leben – immer neue Konstellationen entstehen können.«

Um der Chronistenpflicht genüge zu tun, sei zum Schluss selbstverständlich auf das  Abschiedslied für den »Mann mit der Mütze« verwiesen, mit dem Udo Jürgens Schön anno 1978 einen stillen Tribut brachte, der heute wie ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt.


Das war sicher kein Rumtata-Gassenhauer. Es hat den aber den Anschein, dass es Jürgens gelang, mit seinen eher nachdenkliche Zeilen dem Wesen Helmut Schöns doch recht nahe zu kommen.
 

Sonntag, 13. September 2015

Pizarro

Dreimal ist bekanntlich Bremer Recht. Dieser Satz war in der letzten Woche schier überall zu lesen, wenn es irgendwo im Netz oder Blätterwald um die frenetisch im Werder-Kosmos gefeierte Rückkehr von Claudio Pizarro ging, inklusive eines begeisternden Empfangs am Bremer Flughafen. Zum dritten Mal trägt der bald 37-Jährige nach seinen ersten Werder-Kapitel von 1999 bis 2001 und 2009 bis 2012 das »W« auf dem Trikot. »Der Libero« blickt mit einer Twitterschau zurück auf amüsante Zwitschereien rund um die Rückkehr des peruanischen Werder-Idols, bei der nordisch-herbe Reaktionen im besten Thomas-Schaaf-Gestus irgendwie nicht aufzufinden sind:
 





Heute gastiert Werder in Hoffenheim. Pizarro steht trotz Fitnessrückstands bereits im Kader von Viktor Skripnik und dürfte zumindest als Joker zum Einsatz kommen. Ob der Fußballgott wohl weiteren ekstatischen Jubel im Werder-Kosmos zulässt, indem er Señor Pizarro das Siegtor in der Schlussminute gönnt? Mit Verlaub, welch fußballromantisches Märchen wäre dies ausgerechnet in Hoffenheim...

Freitag, 11. September 2015

Geht's raus und spielt's Fußball

Franz Beckenbauer wird heute 70 Jahre alt, herzlichen Glückwunsch. Zu diesem Anlass gräbt »Der Libero« zehn schaurig-schöne und wahrscheinlich nie gehörte Zitate des Kaisers aus einer schier endlos großen Schatzkiste an Sprüchen, Anekdoten und sonstigen kaiserlichen Archivalien aus.

1. „Geht's raus und spielt's Fußball.“ (Als Teamchef bei der WM 1990)

2. „Die Schweden sind keine Holländer, das hat man ganz genau gesehen.“ (Beckenbauer weltmännisch)

3. „Lothar und ich hatten auch Meinungsverschiedenheiten. Ich hab mich immer durchgesetzt. Gott sei Dank, sprechen die Erfolge für sich.“

4. „Damals hat die halbe Nation hinter dem Fernseher gestanden.“ (Nach dem WM-Sieg 1990)

5. „Ja gut, es gibt nur eine Möglichkeit. Sieg, Unentschieden oder Niederlage.“ (Franz philosophisch)

6. „Schau'n mer mal.“

7. „In einem Jahr habe ich mal 15 Monate durchgespielt.“

8. „Das sind alles gute Fußballer. Nur: Sie können nicht Fußball spielen.“

9. „Wir haben das Zaubern und den schönen Fußball noch nie erfunden. Der Deutsche muss arbeiten, um erfolgreich zu sein.“

10. „Erfolg ist ein scheues Reh. Der Wind muss stimmen, die Witterung, die Sterne und der Mond.“

Montag, 7. September 2015

Schottische Stippvisiten

Gastspiele der deutschen Nationalelf in Schottland gibt es nicht häufig. Bei sechs Auftritten gelang einzig anno 1993 im Ibrox-Park von Glasgow ein Sieg. Im ehrwürdigen Glasgower Hampden Park konnte eine deutsche Nationalmannschaft bisher noch nie gewinnen. Das letzte Duell liegt bereits zwölf Jahre zurück, als die Elf von Teamchef Rudi Völler mit einem 1:1-Remis einen schwer erkämpften Punkt für die Qualifikation für die Euro 2004 in Portugal holte. Ähnlich rar gesät wie deutsche Gastspiele oder gar Siege in Schottland sind im Übrigen Stippvisiten kaledonischer Kicker in der Bundesliga. Deren Anzahl lässt sich getrost an einer Hand abzählen.

Allen voran Borussia Dortmund, deren Fans eine Freundschaft mit Celtic Glasgow verbindet, empfing einst gleich ein schottisches Trio mit offenen Armen. Den Anfang machte Ende der achtziger Jahre Murdo MacLeod, der drei Jahre lang im schwarz-gelben BVB-Dress großen Respekt erfightete, 1989 den DFB-Pokalsieg feierte und den es nach über 100 Einsätzen in Richtung Heimat zurückkehrte. Nächster Schotte beim BVB war ein gutes Jahrzehnt später Paul Lambert, der vom sagenumwobenen FC Motherwell nach Westfalen kam und sich wie MacLeod robust ackernd im Mittelfeld der Schwarz-Gelben Meriten verdiente. Bei seiner einjährigen Stippvisite errang Lambert mit dem BVB den Champions League-Titel 1997 und legte in jenem Königsklassenfinale gegen Juventus Turin souverän einen gewissen Zinedine Zidane an die Kette. Unscheibarer als Aston Villas heutiger Coach war der dritte schwarz-gelbe Schotte Scott Booth, den es nach seinem Bundesliga-»Ehrentreffer“ rasch weiter in die nahen Niederlande zog.

Der allererste Import eines schottischen Kickers in die Bundesliga gelang im Übrigen anno 1984 dem großen HSV in Person seines Managers Günter Netzer. Denn ein Jahr nach dem Abschied von Horst Hrubesch drängte nicht nur Ernst Happel auf einem Erben für das verkaufte »Kopfballungeheuer“. Netzer schien in Schottland fündig geworden zu sein, indem er den bulligen Mittelstürmer Mark McGhee vom FC Aberdeen verpflichtete.
Doch, glaubt man dem gut informierten HSV-Blog Matz ab, reagierte Netzer beim Empfang am Flughafen etwas verwundert, als er den kantigen Mark McGhee erblickte. Angeblich Netzer hatte offenbar einen anderen Schotten als McGhee, den selbst der SPIEGEL 1985 in einem Interview mit Netzer salopp als Flop brandmarkte, erwartet. McGhee, der heute der Assistent von Schottlands Nationalcoach Gordon Strachan ist, geizte beim HSV mit Toren und erzielte schottisch-sparsame sieben Treffer in 30 Bundesligaeinsätzen. Nach der Saison verabschiedete sich McGhee zu Celtic Glasgow und sorgte nach der wenig schmeichelhaften Erinnerung von Matz ab sorgte McGhee »eher für Lacher denn für Schrecken beim Gegner«.

Selbst der FC Bayern München leistete sich weiland einen Schotten. Der hieß Alan McInally, wurde nur Mac gerufen. In der Saison 1989/90 bildete er mit dem schillernden Jugoslawen Radoslav Mihaijlovic ein Sturmduo, das klangvollen Spitznamen »Mic und Mac« erhielt. McInallys Bilanz: Neben zehn Bundesligatoren und dem Meistertitel 1990 kursiert noch jene schöne Anekdote, die von der Volksnähe McInallys zeugt. So schickte Bayern-Trainer Jupp Heynckes McInally einst am engen Hamburger Millerntor zum Warmlaufen an die Seitenlinie, wo er sich seine Zeit der Legende nach damit vertrieb, einen kräftigen Schluck aus einem Bierbecher zu nehmen, dem ihm gastfreundliche St. Pauli-Fans durch den Zaun gereicht hatten. Wie erstaunlich, dass dem munteren McInally nach seiner Einwechslung dennoch das Zielwasser fehlte. Der FC St. Pauli rang den Bayern an jenem Abend immerhin ein nullzunull ab...

Am heutigen Montag dem Weltmeister ein solches nullzunull  abzutrotzen. Indeed, eigentlich wäre das auch für die Schotten um ihren Assistenzcoach Mark McGhee schon ein veritabler Erfolg. Es würde wohl kaum erstaunen, wenn die stets kampfstarken Schotten hierfür im heimischen Hampden Park dieselbigen zuweilen dichtmachen werden. Doch trotz aller hiermit verbundenen Meriten sind auch für die Schotten drei Punkte im Kampf um Platz drei in der EM-Qualifikation Trumpf. Besonders nach der jüngsten Niederlage der Schotten in Georgien.

Sonntag, 6. September 2015

Singing-Sunday #2: Flower of Scotland

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero«  den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.  

Das Singen der Hymnen stellt vor dem Anpfiff von Länderspielen ein schier sakrales Ritual dar. Noch schöner ist sicherlich, wenn sich die Hymne dabei auch noch gut anhört. Vielleicht lässt sich gar am morgigen Montag  in Schottland erwarten, falls Amy McDonald Zeit hat, ihre schottischen Landsleute im Glasgower Hampden Park auf das allseits mit Spannung erwartete Duell mit der Elf von Jogi Löw im wahrsten Sinne des Wortes einzustimmen.

Und vielleicht stimmt vor seinem Fernsehschirm oder gar im Stadion auch Ur-Bond Sean Connery, der jüngst 80 Jahre alt wurde, mit ein oder wippt zumindest mit den Füßen, wenn Schottlands inoffizielle Nationalhymne »Flower of Scotland« im ehrwürdigen Rund des Hampden Parks ertönt.


Dankeswerterweise hat Trainer Baade bereits unlängst auf einen ähnlichen  Clip ausgegraben. Last, but not least sollte man übrigens nicht mit einem Blick auf die schottischen Balljungenschlingel geizen, denn winken und zwinkern in thomasmüllerhafter Manier ist angesagt. Wonderful!
 

Freitag, 4. September 2015

Wasserschlacht wie anno '74?

Deutschland gegen Polen im Waldstadion in Frankfurt am Main? Da war doch etwas. Richtig, die Wasserschlacht der WM 1974, als die Elf rund um Kapitän Franz Beckenbauer, Paule Breitner und Gerd Müller auch bereits weiße Hosen trugen. Da letzterer einmal Bumm machte, gewann die Nationalelf und zog ins legendäre WM-Finale von München ein. Das Ende ist hinlänglich bekannt.

Ob es heute Abend in Frankfurt wieder regnet, wird sich zeigen. Ein 1:0-Sieg könnte der amtierende Weltmeister gegen die polnischen Gäste wohl erneut ganz gut gebrauchen, um rasch die letzten Zweifel einer souveränen EM-Quali zu beseitigen. Wie gut, dass Jogi Löw ebenfalls einen Müller mit der Dreizehn auf dem Rücken mitspielen lässt, der Bumm machen könnte...


Dienstag, 25. August 2015

»Meppen-Roar« auf der alten Grasrennbahn

Das Duell des BV Cloppenburg (BVC) gegen den SV Meppen (SVM) gilt als eines der vielversprechendsten Derbys der nordwestdeutschen Tiefebene und ist einer der Höhepunkte im Spielplan der viertklassigen Regionalliga Nord. »Der Libero« war einer der 1.131 Zuschauer, die am vergangenen Sonntag einen 4:0-Derbytriumph des SV Meppen miterlebten. 

Foto: der-libero.de
Für den SV Meppen, die alte Zweitliga-Trutzburg, gab es bei den vergangenen Gastspielen beim BVC wie zuletzt im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln wenig zu holen. Dabei ist die Cloppenburger Arena, die in eine alte Grasrennbahn eingebettet ist, nicht nur allein für ausgewiesene Groundhopper eine Reise wert. Denn für eine gewisse Exzentrik sorgt neben dem kruden Namen der Arena die neue 2007 eröffnete Tribüne, da die Bauherren diese weiland einfach versetzt vor die alte positioniert haben, die seitdem ohne direkte Anbindung an das Spielfeld im Schatten der neuen Tribüne wie abgestellt wirkt.

Foto: der-libero.de
Wagt man von der neuen auf die alte Tribüne aber einen zweiten Blick und betrachtet zudem das sich ergebende Gesamtbild in dem weiten Rund, bemerkt man, dass man sich  hier in Cloppenburg mitten in einem Kleinod norddeutscher Fußball-Kultur befindet. Ganz fernab der inzwischen wahrnehmbaren Uniformität vieler Arenabauten landauf landab.

Der Besuch dieses Derbys fing somit vielversprechend an, zumal an den Wänden im Tribünenbereich überall Poster hingen, von denen Toni Kroos im königlichen Real-Dress die Besucher grüßte. Bei so manchem Stadionsenior wurde daher Unruhe spürbar, wann Real Madrid denn beim BVC gastieren würde, ob es überhaupt noch Karten gäbe und ob dieser Cristiano Ronaldo tatsächlich nach Cloppenburg käme. Die  eingetretene Unruhe verflüchtigte sich bei genauerem Hinsehen aber ebenso rasant, da lediglich ein deutscher Ableger von Reals Fußballschule im Herbst ein Fußball-Camp für Kinder in der Arena veranstalten wird.

Foto: der-libero.de
Wenig später fühlte man sich nach dem Anpfiff  zwar eher weniger an Real Madrid, aber zumindest doch durchaus an guten Fußball, erinnert. Die Derby-Kontrahenten lieferten sich einen ansehnlichen Schlagabtausch, den vorwiegend die in greller neongelber Kluft gekleideten Meppener dominierten und den einen oder anderen Spielzug gar mit feinem Doppelpass garnierten. Anfangs wunderte sich manch angespannter Meppener Fan noch hörbar, wer Meppens Spielmachern Martin Wagner, genannt Emsland-Messi, und Jens Robben, der seinem niederländischen Namensvetter mit Tretern in orange huldigte, »morgens einen in den Tee getan« habe. Denn Meppens filigranes Duo verlor sich nach emsländischem Geschmack mitunter zu oft im »Hacke, Spitze, einszweidrei«.

Nach einer 2:0-Halbzeitführung sowie nach Meppens schnellem Treffer zum 3:0 direkt nach dem Wiederanpfiff feierten die vielen mitgereisten Meppen-Fans zuweilen jeden Ballkontakt ihres SVM. Obendrein verliehen sie ihrer Freude hörbaren Ausdruck, indem sie - sagen wir mal - den »Meppen-Roar« anstimmten. Dabei riefen die SVM-Fans auf den Stehrängen Meppens Anhängern auf den benachbarten Sitzplatzen ein lautes wie langgezogenes »Meeeeeppen« zu, die ihnen daraufhin ebenfalls ein lautstarkes »Meeeeeppen« entgegendröhnten. Ein fröhliches Schauspiel, welches sich mehrfach wiederholen sollte. Schließlich sprang der SVM dank des absehbaren Sieges auf Rang zwei der Regionalliga-Tabelle.

Foto: der-libero.de
Die stimmliche Reaktion der Anhänger der Gastgeber ließ nicht allzu lange auf sich warten.  Zwar nicht in Form eines kühnen Cloppenburger Chants. Doch dafür bimmelte ein unverwüstlicher BVC-Fan für eine Weile tapfer mit einer Kuhglocke gegen die Meppener Stimmhoheit an. Das Glockengeläut sollte jedoch nach dem vierten Meppener Treffer wieder verstummen und wäre wohl in den folgenden stakkatohaften Meppener »Auswärtssieg! Auswärtssieg!«-Gesängen ohnehin untergegangen...
 

Sonntag, 23. August 2015

Singing-Sunday #1: Dante

Immer mal wieder sonntags soll es in diesen Blogwänden hoch hergehen. Musikalisch versteht sich. Schließlich existieren im Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.  »Der Libero« hofft daher, dass seinen Lesern nicht das Sehen und Hören vergeht...

Den Anfang machen soll ein einst fröhlicher Brasilianer namens Dante, der beim FC Bayern so wie einst Katsche Schwarzenbeck die Numero Vier trägt, dessen Dienste bei Bayern-Coach Pep Guardiola leider nicht mehr so gefragt sind. Wir erinnern uns, dass Dante während der famosen Triple-Saison der Bayern den bajuwarischen Abwehrchef gab und seinerzeit fast nicht mehr aus dem Singen herauskam.

»Sing, when you're winning!« ist das Stichwort. Der damals noch fröhliche Stopper do Brasil schlug in jenem Frühsommer 2013 gleich mit zwei Nümmerchen in die deutschen Musik-Charts ein, was übrigens noch keinem Fußballer vor Dante gelang - nicht einmal dem »Kaiser«. Dantes schaurig-schöne Songs  heißen »Und Pokal auch« (Platz 79) und »Wir gewinnen die Meisterschaft« (Platz 88).


Beide Songs basieren auf einem schlichten Video-Ständchen, das Dante den Bayern aus Brasilien schickte, da er anlässlich des Confed-Cups nicht beim Pokalfinale 2013 dabei sein konnte. Leider ist Dante derzeit nicht mehr zum Singen zumute...

Donnerstag, 20. August 2015

Against all Odds

Die Bühne der Europa League verspricht für Borussia Dortmund vielleicht nicht unbedingt die glanzvollste zu sein, bietet den Westfalen aber bereits in der Playoff-Runde eine geradezu wildromantische Abenteuerreise. Heute Abend gastiert der BVB in der Skagerrak-Arena des nahezu unbekannten norwegischen Traditionsklubs Odds Ballklubb (kurz: BK). Das naheliegende Wortspiel Against all Odds wird hoffentlich erlaubt sein.  »Der Libero«, präsentiert fünf Dinge über den norwegischen Rekordpokalsieger aus dem 100 Kilometer südwestlich von Oslo gelegenen Skien.

1. Seinen letzten und zwölften Pokaltriumph feierte Odds noch unter dem Namen Odd Grenland im Jahr 2000 und stand in insgesamt 21 Endspielen um den Cupen. Odds ist damit nicht nur Rekordpokalsieger Norwegens, sondern auch Rekordpokalfinalist. Letztmals stand Odds im November 2014 im Finale, musste jedoch mitansehen wie Molde FK den Cupen errang. Nicht einmal Rekordmeister Rosenborg Trondheim (22 Titel) ist mit neun Triumphen und in toto 15 Finalteilnahmen im norwegischen Pokal annähernd so erfolgreich. Norwegischer Meister zu werden, war Odds, dem Gründungsmitglied der ersten norwegischen Liga, bislang nicht vergönnt. Es reichte in den fünfziger Jahren lediglich zu zwei Vizemeisterschaften.

2. Dafür hält Odds BK einen weiteren Rekord und ist der älteste aktive Fußballklub Norwegens.
Odds BK wurde im März 1894 als Abteilung des bereits neun Jahre zuvor ins Leben gerufenen Vereins IF Odd gegründet. Glaubt man der BVB-Webseite sowie den vermutlich zitierten Wikipedia-Seiten stammt der Name Odd angeblich aus dem Roman „Seierssverdet“ von Viktor Rydberg, in dem einer der Charaktere der norwegische Sportler Orvar Odd ist. Wirft man indes einen Blick auf das Porträt der uefa-Homepage, so wird dort der Name Odd auf eine norwegischen Sagengestalt, einem Helden namens Örvar-Oddr, zurückgeführt, der Anfang des 14. Jahrhunderts gelebt haben soll. Örvar-Oddr verfügte demnach über drei magische Bogen, die niemals ihr Ziel verfehlten und stets zu ihrem Besitzer zurückkehrten. Einen dieser Pfeile findet sich im Übrigen auch im Klub-Wappen.

3. Seine Heimspiele trägt Odds BK in der Skagerrak-Arena aus, die derzeit etwa 13.500 Zuschauer fasst, nach dem Sponsor aus der regionalen Energiewirtschaft benannt ist und zuvor schlicht und ergreifend Odd-Stadion hieß. Eine Postkarte der Arena lässt sich übrigens bei Interesse auf einschlägigen Portalen schon für 1,50 Euro ersteigern. Bleibt für den BVB nur zu hoffen, dass der aktuelle Stadionnamen nicht synonym für den in der Seefahrt so gefürchteten Mix aus heftigem Wind und starken Seegang steht, den die berühmte, gleichnamige Meerenge verheißt. Auch hier würde das vorhin schon bemühte Wortspiel wohl durchaus passen. Herausfordernd könnte es für das Team von Thomas Tuchel tatsächlich sein, dass sie sich gegen die Gastgeber - um es mit dem großen Heribert Faßbender zu sagen - auf dem eher unbekannten Geläuf des Kunstrasens behaupten muss.


4. Das Duell gegen den BVB lässt sich als bisher größter Auftritt in der langen Vereinsgeschichte von Odds BK auf internationalem Parkett verorten. Denn Odds BK nimmt trotz der vielen Pokalsiege, die jedoch vor allem zwischen 1903 und 1931 erreicht wurden, bislang erst zum dritten Mal an einem Europapokal teil. Der einstige Europapokal der Pokalsieger wurde erst seit 1960 ausgetragen. 2001  und 2004 hatte Odds jeweils in der 1. Runde des UEFA-Pokals gegen Helsingsborgs IF und gegen Feyenoord Rotterdam das Nachsehen. In diesem Sommer fegte Odds immerhin in den ersten Qualifikationsrunden der Europa League mit Sheriff Tiraspol und den Shamrock Rovers die wohlklingenden Rekordmeister aus Moldawien und Irland aus dem Weg, um dann den schwedischen Vertreter IF Elfsborg in der 3. Quali-Runde zu bezwingen.

5. Bekanntester Spieler des Klubs mit den weißen Trikots und Stutzen wie schwarzen Hosen ist wohl der Olivier Occean. Der Kanadier suchte in den ersten beiden deutschen Bundesligen zuletzt bei diversen Klubs wie Kickers Offenbach oder Eintracht Frankfurt sein Toreglück und kickt nun zum zweiten Mal im Odds-Dress. Bleibt da noch Odds Kopfballungeheuer, das gerade einmal 1,72 Meter misst und Jone Samuelsen heißt. Denn dieser Samuelsen hält den Weltrekord für das aus größter Distanz erzielte Kopfballtor, seitdem er anno 2011 in der letzten Minute des Spiels gegen Tromsø quasi von der Mittellinie den Ball aus rund 58 Metern zur allenthalben aufbrandenden Begeisterung ins Tromsø-Tor köpfte. Mats Hummels und Kollegen dürften gewarnt sein...

 

Sonntag, 16. August 2015

#was (2): Über Auftaktsiege ohne Sauerkraut

Mit zwei Auftaktsiegen ist  Bastian Schweinsteigers Einstand im Fußball-Mutterland zweifellos gelungen. Der Sunday Express unkte zwar nach seinem halbstündigen Debüt vor einer Woche bei Manchester Uniteds Auftakterfolg gegen Tottenham spöttisch, er habe wohl im Sommer zu viel Sauerkraut gegessen. Denn Schweinsteiger fehlte bei seinem 30-minütigen Debüt noch die Spritzigkeit und wirkte ob des flotten Spieltempos auf der Insel hie und da etwas schwerfällig.
 
 
Seinen zweiten Sieg landete Manchester United am Freitag Abend bei Aston Villa. Den goldenen Treffer des belgischen Youngsters Januzaj bejubelte Schweinsteiger von der Bank. Da  Louis van Gaal seinem bayerischen Dirigenten wegen seiner Fitnessdefizite erneut die Joker-Rolle zudachte, kam Schweinsteiger wie in der Vorwoche nach einer Stunde für Michael Carrick ins Spiel. Van Gaal wird erfreut beobachtet haben, wie Uniteds Spiel dank Schweinsteigers Passgenauigkeit und Zweikampfstärke an Stabilität gewann. Der Telegraph notierte wohlwollend,  dass Schweinsteigers Ruhe und ständige Präsenz im Mittelfeld lebensnotwendig für United gewesen seien.

Vor dem Bundesligaauftaktspiel des FC Bayern gegen den HSV war im Übrigen von den Bayern-Fans der Südkurve eine große Schweinsteiger-Choreographie  geplant worden, in deren Verlauf 100 Styropor-Trikots mit Schweinsteigers Numero 31 hochgehalten werden sollte. Aus Brandschutzgründen untersagte die Stadt München den Fans diesen Tribut an ihr Idol.
Schweinsteiger wird es (vorerst) vielleicht verschmerzen können, hatten ihn die Fans im Old Trafford vor dem Tottenham-Match vor einer Woche überaus warmherzig mit Standing Ovations empfangen und zollten Mr. Schweinsteiger auch unter der Woche einen besonderen Tribut.
Schau'n mer mal, wie der Empfang am Dienstag im Old Trafford in der Champions League-Quali gegen den FC Brügge ausfallen wird. Ob van Gaal Schweinsteiger wohl einen Platz in der Startelf reserviert? Immerhin sei er nah dran, topfit zu, sagte van Gaal Uniteds Hauskanal MUTV. Darf man etwa annehmen, dass es in Manchester keine einzige Dose Sauerkraut zu kaufen gibt?
 

Freitag, 14. August 2015

Sahnetag zum Saisonstart?

Olé ! Heute Abend geht es wieder los. In München wird um halb neun die 53. Bundesligasaison angepfiffen. Wie pfiffig, dass sich die Spieltagsplaner ausgerechnet den ewigen Klassiker zwischen Rekordmeister Bayern München und dem HSV, dem amtierenden »Relegationsmeister«, als Auftaktpartie ausgeknobelt haben. Mehr Pep geht kaum, zumal der einstige Nord-Süd-Gipfel eher ein Nord-Süd-Gefälles darstellt, weshalb das Duell zwischen beiden Klubs fast über einen gewissen Pokalcharakter verfügt. Ein Sieg des guten, alten HSV würde diesem nicht nur gut tun, sondern wäre zurzeit wohl eine mittlere bis größere Sensation.

Schließlich schleppt der Hamburger Sportverein, wie Gerhard Delling ihn so gern nennt, derweil wahrlich einen Rucksack voller Sorgen mit sich herum. Da wäre das peinliche Pokal-Aus beim viertklassigen FC Carl-Zeiss Jena und natürlich der »Rucksack-Gate« rund um Hamburgs glücklos wirkenden »Direktor Profifußball«  Peter Knäbel, inklusive der in einem Hamburger Park verstreuten Gehaltsunterlagen aus Knäbels gestohlenem Rucksack. Wie blöd für Knäbel, dass selbst dessen Wikipedia-Eintrag jene Rucksack-Affäre mit einem eigenen Absatz würdigt. Abgerundet wird die Chaos-Woche vom verschmitzten Schnack über die falschen Fan-T-Shirts mit Fan-Choreograhie von Hertha BSC. Wie die Süddeutsche feststellte, steckt der Hamburger Sportverein eindeutig in der »Häme-Falle«.

Um die Bayern ist es indessen nach ihrer Supercup-Niederlage in Wolfsburg vergleichsweise wie verdächtig ruhig geworden. Ob dies für die Hanseaten ein gutes Omen sein kann, wird sich zeigen. Schließlich  holten sich die Rothosen bei den Bayern zuletzt fünf derben Schlappen mit einem Torverhältnis von 3:31 ab. Bruno Labbadia fordert jedenfalls einen »Sahnetag« seiner Kicker in dem zelebrierten Eröffnungsspiel. Der große Uwe Seeler hofft indessen in dem einen Interview, dass sein HSV bei den Bayern nicht untergeht und in einem anderen, dass sich sein HSV auf der richtigen Bahn befindet. Gern würde man »Uns Uwe« glauben.

Wie wunderbar, dass der HSV trotz seines Rucksacks voller Sorgen dieser Tage zumindest kein Torwartproblem zu beklagen hat. So wie fast auf den Tag genau vor 28 Jahren. Zum Auftakt der Saison 1987/88 trat der HSV weiland als amtierender DFB-Pokalsieger im Münchner Olympiastadion an, unterlag mit 0:6 und stellte der Bundesliga einen gewissen Mladen Pralija als neuen Stammtorhüter vor. Wie fein, dass sich HSV-Edelfan Dittsche noch immer ganz gut an den tapferen Torsteher aus Split erinnern kann...
 


Samstag, 8. August 2015

Wenn der »Tünn« nach Meppen kommt

Es ist ein schönes Ritual. Eine Woche vor dem Start der neuen Bundesligasaison steigt die erste Runde des ruhmreichen DFB-Pokal und zelebriert zu diesem Zeitpunkt landauf landab das jährliche Spiel von David versus Goliath. Stern online beschrieb dies als ewige Sehnsucht nach der Sensation, die selbstverständlich auch beim viertklassigen SV Meppen dieser Tage vorherrscht.

Denn der einst gefürchteten Zweitliga-Trutzburg wurde der 1. FC Köln zugelost, was seit geraumer Zeit für Pokalfieber im schönen Emsland sorgt. Letztmals gastierte der SV Meppen 1999 im DFB-Pokal, als der emsländische Traditionsklub nach großem Kampf gegen keinen Geringeren als gegen Bayern München um Stefan Effenberg und Oliver Kahn ausschied. Der Klub rief seine Fans unlängst dazu auf, in den Vereinsfarben blau und weiß zu erscheinen. Da wird dem großen Effzeh doch wohl kein blaues Wunder drohen, oder?

Foto: Der Libero
Die emsländischen Lokalzeitungen befeuerten das grassierende Pokalfieber auf sympathische Art und Weise und stimmten ihre Leser täglich auf das Duell gegen den Bundesligisten vom Rhein ein. Man berichtete davon, wie Meppens Stadion mit den Namen Hänsch-Arena hergerichtet wurde, indem sämtliche Werbeflächen und gar die Flutlichtmasten den DFB-Auflagen folgend grüner Plane abgedeckt wurden. Man war dabei, wie zusätzliche Kameranester für die übertragenen Fernsehsender unter dem Dach der ehrwürdigen Alten Tribüne montiert oder es wurden Emsländer porträtiert, die ihr Fanherz sogleich an Meppen und den Effzeh verloren hatten und nun heute vor einem veritablen Dilemma stehen. Wie gut, dass der Mensch über zwei Daumen verfügt.

Nicht fehlen durfte zur Abrundung der Vorberichterstattung überdies Anekdoten aus Meppens historischer Schatzkiste zum Pokal und Effzeh. Denn vor einem Vierteljahrhundert, als Meppen noch zweitklassig war, gab es im Achtelfinale des DFB-Pokals schon einmal zwischen beiden Klubs ein Duell, welches der 1. FC Köln im heimischen Müngersdorfer Stadion mit Bodo Illgner im Tor und Pierre Littbarski als Kapitän seinerzeit knapp gewann. Ungleich unterhaltsamer ist da die Geschichte über Toni Schumacher, Kölns Torwartidol und heutigen Vizepräsidenten, die selbst die Tageszeitung "Die Welt" dankbar mit einem Artikel aufgriff.

Man muss wissen, Schumacher stieg anno 1988 mit Schalke 04 in die zweite Liga ab und weigerte sich damals (geiß-)bockig nach Meppen zu fahren: "Ich fahr doch nich' nach Meppen, da wechsel ich lieber in die Türkei." Schumacher schuf danach schnell Fakten und heuerte bei Fenerbahce Istanbul an. Doch die Geschichte mit Meppen lässt ihn seitdem nicht los, stellte ihm doch kurz darauf der pfiffige Meppener Spediteur Többe ein LKW-Anhänger mit der Aufschrift "Das Fußballerlebnis. SV Meppen. 2. Bundesliga." vor Schumachers Haus in Köln-Hürth und sorgte damit für bundesweite Schlagzeilen. Da Schumacher zum heutigen Pokaltag tatsächlich seinen Besuch in der ausverkauften Hänsch-Arena in Meppen angekündigt hat, wird er vermutlich in der Halbzeitpause auf Többe zum kurzen Klönschnack treffen. Többe durfte seinen Originaltruck zwar nicht ins Stadion schaffen lassen, doch möchte er dem "Tünn" gemäß seiner launigen Ankündigung im Express-Interview nun ein Paar Gummistiefel überreichen.

Doch wichtiger ist eh auf dem Platz. Denn Meppens Mannschaft, die Trainer Christian Neidhardt in eigens gestalteten blauen Pokaltrikots mit edler weißer Schärpe antreten lässt, ist hochmotiviert. Wichtige Meppener Stützen sind Torjäger Max Kremer, Keeper Benny Gommert, Kapitän Johan Wigger, der wie sein berühmter Vornamensvetter und Landsmann Johan Cruyff die Nummer 14 trägt, oder Routinier Jens Robben. Nicht zu vergessen ist Meppens filigraner Zehner Martin Wagner, der beim FC Bayern in der Jugend kickte und schnell den Spitznamen Emsland-Messi weg hatte. Mal sehen, ob die gut in die Saison gestarteten Meppener die favorisierten Kölner Geißböcke auf die Hörner nehmen können. Schließlich gibt es die ewige Sehnsucht nach der Sensation auch in Meppen, zumal der Pokal eh seine eigenen Gesetze hat...

Freitag, 7. August 2015

#was (1): Es grüßt Mr. Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger und Manchester United. Da wird es sicher einige nette Geschichten zu erzählen geben. Einen Stammplatz in der first eleven konnte sich Schweinsteiger zwar noch nicht pünktlich zum englischen Saisonauftakt im Mittelfeld Uniteds sichern, da er Louis van Gaal noch nicht fit genug ist. In Sachen Stammplatz auf, respektive an, der Tribüne des Old Trafford ist Mr. Schweinsteiger da allerdings ungleich weiter, begrüßt er doch die geneigten Besucherinnen und Besucher von einem riesigen Banner.

Indeed. Ehre, wem Ehre gebührt. Das gilt übrigens auch für Uniteds legendäre number seven - einst getragen von George Best, Cantona, Beckham oder Cristiano Ronaldo. Diese trägt nun Manchesters frisch verpflichteter junger Niederländer Memphis Depay. Jene Sieben, die trägt Schweinsteiger bekanntlich ansonsten bei der deutschen Nationalelf. Doch kühnen wie kritischen Zungenschlagern, die mutmaßen, Uniteds Sieben sei für Mr. Schweinsteiger möglicherweise eine Nummer zu groß gewesen, seien darauf verwiesen, dass er nun auf dem Dress der Red Devils auch seine geliebte Rückennummer 31 tragen wird.

Mit der eher unspektakulären 31 fühlte sich unser Mr. Schweinsteiger seit jeher bei den Bayern behaglich und musste zunächst in der Saisonvorbereitung mit der mysteriösen 23 Vorlieb nehmen. Was der große Louis van Gaal von diesem Nummernsalat hält, ist nicht überliefert. In Manchesters Theater der Träume wird der Tulpengeneral vermutlich eher folgende Dinge von seinen Kickern erwarten: Blut, Schweiß und Tränen sowie diverse Titel für die Pokalvitrine...

Samstag, 1. August 2015

Gestatten, Lord Bendtner

Mit einem veritablen Jahr Verspätung setzt Nicklas Bendtner für den VfL Wolfsburg ein erstes Ausrufezeichen und schoß die Wölfe zum Sieg im Supercup über den FC Bayern. Der "Lord" scheint in der Autostadt angekommen zu sein und sorgte sogleich bei tollen Twitterern für erinnerungswürdige Preziosen, die zwitscherten, der Lord habe zu diesem Zeitpunkt schon mehr Titel gewonnen als Messi und Cristiano zusammen.