Donnerstag, 13. August 2020

5 Dinge über...Alan Shearer

Die "englische Torjägerkanone" Alan Shearer wird heute 50 Jahre alt.  Der Libero gratuliert und präsentiert fünf Dinge über den Jubilar aus Newcastle-upon-Tyne, der in der Erinnerung quasi jeden seiner vielen Treffer stilecht per erhobenem Arm sowie je nach Variation samt Fingerzeig, ausgebreiteter Hand oder geballter Faust  feierte.

1. Mit 260 Toren ist Shearer nach wie vor Rekordtorjäger der englischen Premier League, die 1992 entstand. Dreimal wurde er Torschützenkönig, wobei er dies per lupenreinem Hattrick in der Zeit von 1995 bis 1997 erledigte. Nach Shearer anno '95 gelang es keinem der vielen Striker mehr, die Rekordtormarke von 34 Treffern zu erreichen. Vor ihm schaffte das nur Andy Cole.

2. Den englischen Nationaldress trug Shearer von 1992 bis nach der Euro 2000 insgesamt 63-mal und erzielte stolze 30 Treffer. Er debütierte in Wembley neben einem gewissen Gary Lineker gegen eine von Michel Platini trainierte französische Equipe gleich mit einem Treffer, wobei Lineker das andere erzielte. Sein wohl bestes Länderspiel machte Shearer 1996 bei der Euro im eigenen Land, als er beim 4:1-Triumph doppelt traf. Jene Euro endete zwar bekanntlich nicht mit England als Europameister, aber immerhin mit Mr. Shearer als, Sie kommen nicht darauf, Torschützenkönig.

3. In seiner Profikarriere spielte er für insgesamt drei Klubs: den FC Southampton, die Blackburn Rovers sowie seinem Lieblingsklub Newcastle United. Hierzu ist folgendes Zitat von ihm überliefert: >>Als ich ein kleiner Junge war, wollte ich für Newcastle United spielen, ich wollte das Trikot Nummer neun tragen und ich wollte Tore im St. James 'Park erzielen. Ich habe meinen Traum gelebt und mir ist klar, wie viel Glück ich hatte, das getan zu haben.<<

4. Die Anzahl seiner Titel, die Shearer im Angesicht seiner ganzen Torjägerkanonen auf dem Rasenrechteck gewann, ist in der Tat ein wenig überschaubar. Auch bei den Blackburn Rovers firmiert Shearer als lebende Legende, schließlich thronte Blackburn dank Shearers Tore am Ende der Saison 1994/95 an der Spitze der Premier League - heute schier unvorstellbar. Ein weiterer Ehrentitel, den Shearer führen darf: Commander of the British Empire (CBE).

5. Als Alan Shearers Kindheitsidol gilt übrigens Kevin Keegan. Jener war später auch Shearers Trainer in der englischen Nationalmannschaft sowie bei Newcastle United. Keegan war als Ehrengast auch bei einer kleinen Zeremonie zugegen, als Newcastle United anno 2016 Shearer zu Ehren eine Statue vor dem St. James Park enthüllte. Da ward Shearer auch längst verziehen, dass er mit Newcastle als Interimscoach für die letzten acht Saisonspiele im Frühjahr 2009 abgestiegen war. Ein Seitenlinien-Experiment, das anders als seine unzähligen Treffer und sein typischer Torjubel keine Wiederholung fand.

Dienstag, 11. August 2020

Heracles Almelo

Sonntag, 9. August 2020

Singing Sunday #12: San Iker

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero« den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Auf Iker Casillas werden dieser Tage allerorten Loblieder abgestimmt - von Oliver Kahn undLund Messi bis zu José Mourinho. Auch Real Madrid hatte seine "Wertschätzung, Bewunderung und Liebe für eine der größten Legenden unseres Vereins und des Weltfußballs" mitgeteilt. Von den ganzen Lobhudeleien in den sozialen Medien ganz zu Schweigen.

Die inzwischen 39-jährige spanische Torwartlegende hat am 4. August offiziell sein Karriereende verkündet. Im Sommer 2019 hatte Casillas tragischerweise einen Herzinfarkt erlitten und war danach nie mehr in einem Pflichtspiel zwischen die Pfosten, zuletzt beim FC Porto, zurückgekehrt.

Auf seinen persönlichen Briefkopf, sofern er über einen verfügt, dürfte seine stolze Trophäensammlung mit Real Madrid, dem FC Porto sowie in sage und schreibe 167 Länderspielen eigentlich gar nicht passen. Die Spiegel schreibt dazu, seine Paraden sicherten die Titel. Daher tauften ihn die Spanier San Iker (Heiliger Iker). Schöner kann man es nicht formulieren.

Nach einem unwürdigen Ende bei Real Madrid im Sommer 2015 soll Vereinsikone Casillas künftig als Berater von Reals Präsident Florentino Perez wirken und damit seinen Platz im königlichen Olymp einehmen. Mit Verlaub, Welt- und Europameister San Iker dürfte wohl spätestens jetzt zum Säulen-Heiligen der ihm folgender spanischer Torwart-Generationen werden.

In dieser kleinen Rubrik gibt es nun angesichts dieser langen Laufbahn einen vergleichsweise kurzen, etwas kratzigen Chant als winkenden Tribut zum Abschied, der zum Mitsummen geradezu einlädt: Iker Casillas la-la-la-la. Nebenbei gesagt: Der Chant müsste auf die wohlbekannte Melodie des Seventies-Schlagers "Brown girl in the ring" (Tra-la-la-la) von Boney M zurückgehen.



Mittwoch, 5. August 2020

5 Dinge über...Norbert Meier

Mensch Meier, Norbert Meier hat mit 61 Jahren seine Trainerkarriere beendet und kann auf ein bewegtes Leben im Profifußball zurückblicken. Wie sagte er einmal: "Es wird immer welche , die mehr erreichen." Gewiss, vielen fällt sofort die Kopfnuss-Schwalben-Posse mit Albert Streit vor fünfzehn Jahren ein. Doch wussten Sie, dass der einstige Flügelflitzer Norbert Meier... 

 1) ... in den tiefsten Achtzigern immerhin 16 Länderspiele absolvierte, bei einem 2:1-Sieg gegen England in Wembley debütierte und mit der Rückennummer 10 an der leidlich erfolgreichen Euro 1984 teilnahm?

 2)... in seiner langen erfolgreichen Zeit als Zehner bei Werder Bremen den Spitznamen Heimspiel-Meier erhielt, da er von Otto Rehhagel vorzugsweise in Auswärtsspielen ausgewechselt wurde?

3)...als Nachfolger von Rudi Völler und einem gewissen Erwin Kostedde anno 1983 zum Bremer Sportler des Jahres gekürt wurde?

4)...in Reinbek vor den östlichen Toren Hamburgs ebenso wie Max Kruse, ein weiterer ehemaliger Werder-Zehner, und Gerd Gottlob geboren wurde?

5)...als Trainer zum "Aufstiegs-Meier" avancierte und ihm mit Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg stolze vier Mal der Sprung in die nächsthöhere Liga gelang?

Samstag, 1. August 2020

Ein guter Fang

Horst Hrubesch kehrt zurück zum HSV, zwar nicht als Kopfballungeheuer wie in glorreichen Zeiten Anfang der goldenen 80er. Doch den profilierten Nachwuchstrainer, der beim DFB inzwischen im Ruhestand weilt, hat sich der HSV als neuen Direktor des HSV-Nachwuchsleistungszentrums geangelt. Wer weiß, vielleicht an einem von Hrubeschs Lieblingsplätzen an irgendeinem norwegischen Gewässer. Ob dieser Nachricht schwappte meine Timeline am Freitag geradezu über.

Hrubesch, eine authentische HSV-Legende mit ausgewiesener Kompetenz: zweifellos ein guter Fang. Vielleicht kommt der kernige blonde Hüne gar eine ganze Dekade zu spät. Doch besser spät als nie. Den folgenden kleinen Clip könnte der 70-Jährige seinen ganzen neuen Jungs auf dem HSV-Campus womöglich vorspielen. Zu knackigen Vorstellungszwecken etwa, um nicht ein Clip-Konvolut  seiner "ungeheuerlichsten" Kopfballtore herauskramen zu müssen...


Donnerstag, 30. Juli 2020

Wirklich schnell

Dienstag, 28. Juli 2020

Einfach mal Luppen

"Einfach mal Luppen" - dank eines Hinweises der jüngsten 11Freunde-Ausgabe habe ich reingehört in den Podcast von Felix und Toni Kroos, in dem sie seit Mai den brüderlichen Doppelpass üben. Eigenbeschreibung: "In 'Einfach mal Luppen' sind die Hörer*innen in der Telefonleitung der Kroos Brüder, die sich viel zu selten sehen – deshalb aber umso mehr zu sagen haben."

Benannt nach einem Ausspruch ihres Opas, dem u.a. in Folge 6 zum 85. Geburtstag als "Legende" gehuldigt wird, war ich trotz vereinzelter Längen angenehm überrascht. Die Gebrüder Kroos mit ihrer leicht knarzigen mecklenburgischen Aussprache haben nicht nur sich selbst in Form kleiner Frotzeleien, sondern auch grundsätzlich etwas zu sagen: man nimmt Stellung zu Schürrles Karriereende, zur Familie oder zur Arbeitslosigkeit von Felix. Daneben wird ein wohltuender bodenständiger Blick hinter Reals glitzernde Kulisse geworfen.

Felix, der verkappte Moderator des Formats und um einen Seitenhieb nie verlegen, wirkt ein wenig eloquenter als sein älterer Bruder Toni. Jener Weltstar, der gar zuweilen eine Prise Humor, wenn er etwa Jogi Löws schweren alemannischen Akzent für eine Anekdote imitiert, und eine durchaus unerwartete Reflektiertheit hinter seiner meist eher spröden Fassade aufblitzen lässt. Das sind die Momente, in denen man ganz Ohr ist. Kleine Geheimnisse werden dem eher uneitlen Toni auch noch entlockt. Kickt er in jeder Lebenslage in weißen Tretern, hatte Real Madrid bei seiner offiziellen Vorstellung im Sommer 2014 nur blaue Schuhe für ihn parat. Toni wehrte sich bis zum Schluss, um nicht vor 25.000 Zuschauern im Bernabeu in diesen blauen Tretern bei seiner Vorstellung jonglieren zu müssen. Doch es half nichts, diesen königlichen Wunsch konnte ihm selbst Real nicht erfüllen.

Am besten "einfach mal reinluppen" in diesen kleinen Kroos'schen Kosmos mit den beiden interessanten Blickwinkeln - neue Folgen gibt es an jedem zweiten Mittwoch.

Sonntag, 26. Juli 2020

Singing Sunday #11: »Anfield Rap«

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero« den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Ob Jürgen Klopp und seiner Liverpooler Meistermannschaft von 2020 dereinst Denkmäler errichtet werden, wird wohl nur der Fußballgott wissen. In mehr oder weniger huldvollen Lieder dürften sie sicher lange besungen werden. Bleibt zu hoffen, dass im Übermut der ersten Meisterschaft seit 30 Jahren in der Beatles-Stadt niemand auf die Idee kommt, Klopp, Salah undsoweiter selbst singen zu lassen. Schließlich existiert rund um die Anfield Road hier eine schaurige kleine Tradition.

Angesichts des Einzugs in das FA Cup-Finale 1988 nahmen die Kicker des FC Liverpool den ››Anfield Rap‹‹ auf, Vorsinger sind eine Korona von Liverpooler Eighties-Legenden, bestehend aus Steve McMahon und John Aldridge sowie John Barnes. Ganz zu Schweigen von Goalie Bruce Grobelaar, der mit Goldketten und übergroßen Handschuhen den Anfield-Swag der späten 80er versprüht.


Wie man gesehen hat, gibt es in dem Clip für das ganze Team einiges auf die Kappe. Übrigens, wie in jenem FA Cup-Finale, das Liverpool haushoch favorisiert gegen die sogenannte ››Crazy Gang‹‹ des FC Wimbledon um einen gewissen Waliser namens Vinnie Jones geradezu sang- und klanglos verlor...

Dienstag, 21. Juli 2020

Jack Charlton


Anlässlich seines Todes am 10. Juli 2020 schreibt Dietrich Schulze-Marmeling einen Nachruf über Jack Charlton, Irlands beliebtesten Engländer. Lesenswert!

Freitag, 8. September 2017

Looking for Eric

Was macht eigentlich, Eric Cantona? Das einstige enfant terrible des englischen und französischen Fußballs suchte, nachdem für ihn anno 1997 der Vorhang auf der Fußballbühne gefallen war, den Kick zumeist als Schauspieler. Vielleicht einmal abgesehen von der Euro 2016, als Cantona für Eurosport in der Rolle als Commissioner of Football im offenen Hemd auf einem Sessel thronend und mit einem Stock wedelnd analytisch-abseitige Flanken nach Absurdistan schlug. Sein neben ihm drapierter, alter United-Dress verweilte da unschuldig - und konnte eben nicht so aus der Haut fahren wie Sir Alex Ferguson es weiland bei Manchester United vor Cantona getan haben dürfte.
 
Wie jetzt zu lesen ist, gedenkt Monsieur Cantona, ehedem zu ManUniteds Spieler des 20. Jahrhunderts gewählt, am 1. November in Frankreich und am 16. November in England sein sogenanntes Notizbuch zu veröffentlichen. Angeblich sind darin nach Informationen seines Verlags »Gedanken zu Liebe, Tod und Gesellschaft«, in Textform oder in Form von Zeichnungen sowie Skizzen zu finden. Mit seinen Markenzeichen Witz und Wortspiel hinterfrage er nach Verlagsbeschreibung »Paradoxien und Widersprüche sowie die Absurdität der Welt, wie nur er es weiß«.
 
Stellen wir also schon einmal unsere Kragen hoch, summen »Ooh! Aah! Cantona!«  und bleiben gespannt, was Cantona so alles notiert und skizziert hat. Schon jetzt stellen sich Fragen über Fragen: Ob Zlatan es auch liest und wohl einen Bruder im Geister erkennt? Ob Roy Keane mit dem Werk wohl seinen Fisch einpackt oder David Beckham darin nach gemeinsamen Bildern sucht? Letztlich: Ob »Le God« in seinem Notizbuch wohl sich selbst und damit auch seinen bekanntesten Sinnspruch rezitiert?

Sonntag, 3. September 2017

Singing-Sunday #10: »Who’s the best? Höwedes!«

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero« den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.
 
Neben der WM-Qualifikation bestimmt seit Tagen der atemberaubende Abgang von Schalke-Ikone und Weltmeister Benedikt »Bene« Höwedes die Schlagzeilen. Übrigens eingedenk der Gewissheit, dass Reisende offenbar doch aufgehalten werden können, wenn man es auf Schalke gewollt oder richtig angestellt hätte. Darauf lässt die Höwedes'sche Abschiedsbotschaft mit allerlei Versalien sowie subtiler Grätsche gegen Schalkes Trainernovizen Tedesco schließen, nachdem dieser ihn als Kapitän und Stammspieler guillotiniert hatte.
 
Anders als von ihm weiland gewünscht ist es zwar nicht das Mutterland des Fußballs geworden - dafür die edle Alte Dame des Calcio. Buon giorno, Turin! Bei Juventus kickt Höwedes bald in der Champions League. Man darf hoffen, dass Höwedes sich mit der Nummer 21 auf dem Rücken, die Pirlo und Zidane auch schon bei Juve trugen, durchbeißen wird. So wie einst bei der WM 2014 in Brasilien - als linker Außenverteidiger des sogenannten Ochsenspieß. Zu seinem Abschied ging obendrein ein kleines Rührstück viral, in dem »Bene« Höwedes im schönstem Denglisch bene besungen wird.

Dieser schon ein Jahr alter Tribut erklingt dank eines unbekannten Trios in Horror-Maske, mit Cowboy-Hut und Perücke sowie Hirschgeweih in Händen. Nach jener Combo sucht Höwedes mittlerweile eifrig, um sie zu einem Spiel einzuladen. Dann hoffen wir einmal zum guten Schluss, dass sich hinter jener Maske nicht Olaf Thon und unterm Cowboy-Hut mitsamt Klampfe Christoph Metzelder verbergen. Es gilt ja: Einmal Schalker, immer Schalker. Also, Song ab für »Who’s the best? Höwedes!«.
 

Mittwoch, 30. August 2017

Von Daum und Dorschen

Als Trainer war Christoph Daum weiland einer der größten Hechte im Karpfenteich. Wie wir wissen, ist dies jedoch Schnee von gestern. Inzwischen hat es die mittlerweile 63-jährige Trainerikone nach Rumänien verschlagen, wo sich Daum mit bisher überschaubarem Erfolg als Nationaltrainer versucht. Denn durch die  Qualifikation für die WM 2018 in Russland dümpelt Daum mitsamt seinen Karpatenkickern doch ziemlich und ist mit sechs Pünktchen schon etwas abgeschlagen. Ob Daum die Erben des großen Gheorghe Hagi wohl schon über Scherben hat laufen lassen?

Mit Rute und Rolle hat Daum bei aller Innovationskraft wohl weniger Erfahrung. Anders als der stille Miro Klose, der angeblich der Faszination des Fliegenfischens erlegen ist, oder der stoische Klaus Augenthaler, der es in den Worten der WELT gesagt vom Weltmeister zum sogenannten »Welsmeister« brachte und sich mal mächtig Ärger mit dem Angelverband einhandelte. Ganz zu schweigen vom unverwüstlichen Horst Hrubesch, der über seine Leidenschaft einst das Sachbuch »Dorschangeln vom Boot und an den Küsten« mitverfasste. Daum dagegen gingen in seinen besten Zeiten an der Seitenlinie viele Siege ins Netz oder nun ein Journalist von der rumänischen Zeitung »Gazeta Sporturilor«. Man sollte wissen: Daum hatte vor einiger Zeit wegen der ihm nicht genehmen Berichterstattung der Zeitung gemurrt, dass diese allein dafür gut sei, um Fisch einzupacken.

Die Reaktion der Zeitung? Sie entsandte ihren Redakteur Marius Magarit zur Pressekonferenz vor dem Duell Rumäniens am Freitag gegen Armenien, um Daum eine Angelrute zu schenken. Die Übergabe lehnte Daum mit einem Wortgewitter erzürnt ab und war mit seinem „Angler-Latein“ aber offenbar am Ende, als der kühne Journalist die Rute mit etwas Chuzpe einfach vor Daum ablegte. Wer weiß, ob es nun doch noch etwas mit Daum und den Dorschen wird. Was Horst Hrubesch ihm wohl raten würde? Hrubeschs Angelbestseller gilt im Übrigen längst als vergriffen...

Montag, 28. August 2017

#ausgerechnet

Sonntag, 27. August 2017

Singing Sunday #9: Wayne Rooney sings...

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero«  den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Englands Fußball-Ikone Wayne Rooney reitet allmählich in den Sonnenuntergang seiner abwechslungsreichen Kickerkarriere, von deren Anekdoten sich Bücher über Bücher füllen lassen. An dieser Stelle werden Höhepunkte bei Bordellbesuchen oder Gelagen einmal ausgeklammert. Schließlich schrieb Rooney zuletzt noch einmal Geschichte. Inzwischen vom Abstellgleis bei Manchester United in die offenen Arme seines Jugendklubs FC Everton zurückgekehrt, schoss Rooney gegen Manchester City sein 200. Premier League-Tor. Damit zog er neben Rekordtorschütze Alan Shearer in den eher einsamen Klub der Torjäger mit mehr als 200 Premier League-Treffern ein. Mit bald 32 Jahren hat Rooney vermutlich nicht mehr allzu viele Spielzeiten vor sich, um Shearers Rekord von 260 goals zu knacken. Doch der seltsam fit und austrainiert wirkende Rooney scheint sich nur noch auf Everton und vielleicht diesen Rekord konzentrieren zu wollen, erklärte er doch vor wenigen Tagen seinen Rücktritt aus Englands Nationalteam, deren Rekordtorschütze Rooney längst ist.       

Was Rooney dann irgendwann nach seinem Karriereende treiben könnte, darüber lässt sich gewiss vortrefflich rätseln. Vielleicht singt er ja. Schon seit einigen Jahren umweht Rooney die Anekdote, wie zu Anfang seiner Zeit bei Manchester United versucht hat, neben dem Rasenrechteck zu einem „Gitarrengott“ zu avancieren. Seine Herzensdame Colleen hatte daher weiland die großartige Idee, ihm eine von Noel Gallagher signierte Klampfe zum Geburtstag zu schenken. Diese Steilvorlage ließ sich der knurrige Oasis-Boss, ganz Manchester City-Edelfan nicht entgehen. Kurzum besprühte er das ihm übersandte Instrument in Citys hellblauer Vereinsfarbe samt dem Refrain der City-Hymne »Blue Moon« und schickte die unschuldige Klampfe an die unbedarfte Colleen zurück. Ob sie Rooney gefiel, ist nicht bekannt. Er soll sie dem Vernehmen nach für einen guten Zweck versteigert haben.

All das hat Rooney indes nicht gehindert, vor einigen Jahren im karibischen Sommerurlaub in einer Karaoke-Bar auf Barbados den Oasis-Klassiker »Wonderwall«  zum Besten zum geben, ganz ohne irgendeine Gitarre versteht sich. Zum Einsingen der offenbar schon gut geölten Stimme Rooneys dürfen zuvor die Beatles-Songs »Yesterday« und in Anklängen »Hey Jude« herhalten. Man merkt, Everton gehört halt doch zu Liverpool...Song(s) ab!

 

Samstag, 26. August 2017

»Die Bayern, die kann man in der Pfeife rauchen!«

Die Bayern gastieren heute im Bremer Weserstadion. Werder versus Bayern. Schauen wir einmal zurück. Denn de schönsten Geschichten schreibt noch immer der Fußball. Es ist am 1. Juni 1991 gewesen, als eifrige RTL-Reporter meinungsstarken Werder-Anhänger ihr Mikrofon vor die Nase hielten. Am drittletzten Spieltag jener Saison 1990/91 gastierte der 1. FC Kaiserslautern im Bremer Weserstadion und musste dort triumphieren, um den FC Bayern München als größten Rivalen im Kampf um die Meisterschale weiterhin in Schach halten zu können.


Gesagt getan, dank zweier Treffer von Guido Hoffmann und Markus Schupp drehte Kalli Feldkamps Lauterer Elf noch die zuvor durch einen gewissen Klaus Allofs herausgeschossene Bremer Führung in einen 2:1-Sieg. Zwei Wochen später stemmte die heute nur noch zweitklassigen Lauterer die Schale in den Händen und zeigten den Bayern eine lange Nase. Glaubt man jenen vor dem Mikrofon so meinungsstarken Werderanern wird ihnen dies genauso wie die zuvor erlittene Heimniederlage nicht allzu viel ausgemacht haben. Die Meinungen über den bajuwarischen Rekordmeister sind zeitlos und bestehen, ob mit oder ohne Ballonmütze, vermutlich noch ewig vor...

Montag, 21. August 2017

#vermuellert


Sonntag, 20. August 2017

Singing Sunday #8: Thierry Henry Song

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero«  den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Chapeau, Thierry Henry. Der Franzose ist bei Arsenal eine lebende Legende. Anlässlich ihres 125-jährigen Klubjubiläums kredenzten die Gunners ihrem Rekordtorschützen bereits 2011 vor ihrer schmucken Arena in Ashburton Grove eine Statue. Henry, the King of Highbury, ist neben Tony Adams und Trainer-Idol Herbert Chapman der einzige, dem diese Ehre bisher zuteil wurde. Grinsende Fans vom Nord-Londoner Erzrivalen Tottenham, die in Henrys Denkmal eine veritable Taubentoilette sehen? Geschenkt. Schließlich wurde Henry, bis auf diesen einen trüben Moment im November 2009 in Dublin, stets hochverehrt. Hängen wir also einer Eloge der WELT nach, die weiland notierte:
»Mehr als nur Klublegende ist der Franzose in England auch einer dieser wenigen Spieler, die quer über Vereinsgrenzen verehrt werden. Seine fast mühelose Lässigkeit, seine Finesse vor dem Tor gaben dem Rackerfußball der Premier League eine aristokratische Note.«
Seine Stiefel hat Henry mit müheloser Lässigkeit unlängst an den Haken gehängt. Er verdingt sich mittlerweile nicht nur als TV-Experte, alldieweil er zudem als Assistenzcoach der belgischen Nationalmannschaft erste Schritte im Trainergeschäft macht. Am Donnerstag feierte Henry nun seinen 40. Geburtstag. »Der Libero« gratuliert, und zwar mit dem Thierry Henry Song, einem ganz und gar arsenalisierten Covers von »(Is This The way to) Amarillo«, der sich gesungen vom altvorderen britischen Barden Tony Christie zum Gassenhauer wurde. Oma und Opa sowie Reinhold Beckmann kennen den bestimmt noch. Song ab!
 

Freitag, 18. August 2017

Treuer Charly

Heute Abend ist Anpfiff der 55. Bundesligasaison. Karl-Heinz »Charly« Körbel ist Rekordspieler der Bundesliga und hält diesen Rekord mit 602 Einsätzen seit nunmehr zwei Dekaden. Eintracht Frankfurts Klubikone , der einst eisenharte Vorstopper, wird ihn wohl auch auf ewig verteidigen. »Der Libero« wartet nun mit zehn Schlaglichtern aus Körbels stolzer Karriere auf, die im Oktober 1972 mit juvenilen 17 Jahren begann und im Mai 1991 mit fast 37 Jahren endete.


1. Körbel wird »der treue Charly« genannt. Schließlich absolvierte der gebürtige Dossenheimer offenbar aus der besten uweseeler'schen Schule stammend sämtliche seiner Bundesligapartien im Trikot seiner Frankfurter Eintracht. Körbel war auf dem Rasen als Vorstopper zwar gefürchtet, galt aber stets als tadelloser Sportsmann. Unlängst berief die Eintracht ihr Klub-Idol zu einem ihrer Ehrenspielführer. Das Klub-Maskottchen, ein Adler, heißt im Übrigen auch weiterhin Attila (nach Attila Pfaff) und nicht wie die WELT einmal verkündete, Charly...

2. Sein Bundesligadebüt absolvierte Körbel mit zarten 17 Jahren gegen den FC Bayern, als Eintracht-Trainer Erich Ribbeck ihn im Oktober 1972 mit der Manndeckung eines gewissen Gerd Müller betraute. Müller, der in der Saison zuvor gigantische 40 Treffer erzielt hatte, sollte zwar auch gegen Körbel einmal einnetzen, sah sich aber ansonsten von dem Vorstopper-Novizen abgemeldet. Nicht nur deshalb gewann die Eintracht mit 2:1.

3. Wie Körbel einmal den 11Freunden im Interview anvertraute, blieb Gerd Müller in den folgenden Jahren einer seiner erklärten »Lieblingsgegenspieler«, da der »Bomber der Nation« sich gegen Körbel mit dem Tore schießen überaus schwer tat. Der sonst eher wortkarge Müller soll vor späteren Duellen mit dem eisenharten Körbel mal geflucht haben: »So eine Scheisse, schon wieder gegen dich«.

4. Nur drei Jahre nach Körbels bestechendem Debüt sollte der kicker einmal mit Körbel auf dem Cover seiner Montagsausgabe schlagzeilen: »Ein Mann mit Zukunft – Körbel kann sie alle ausstechen«. In der Nationalelf gelang dies Körbel allerdings nicht so wie prophezeit. Körbel absolvierte zwar 1974/75 als damals 20-jähriges Talent sechs Länderspiele, kam aber an dem      arriviertem Welt- und Europameister »Katsche« Schwarzenbeck nicht vorbei. Der Legende nach soll hierfür unter anderem der damalige Kapitän der Nationalelf, Franz Beckenbauer, mitverantwortlich gewesen sein. Denn dem »Kaiser«, behagte die offensive Spielweise Körbels offenbar nicht und goutierte gegenüber Bundestrainer Schön seinen Putzer »Katsche«. Bekanntlich überquerte dieser selten die Mittellinie und hielt dem als Libero nicht minder offensiven »Kaiser« in verlässlicher Manier den Rücken frei.

5. Von Körbels offensiven Qualitäten profitierte indes seine Eintracht zweimal in besonderem Maße - ganz im Gegensatz zur Nationalelf . Anno 1975 triumphierte man etwa dank Körbels Siegtreffer im Pokalfinale von Hannover über den MSV Duisburg. An gleicher Stelle spielte Körbel 14 Jahre später erneut Schicksal, als er seine Eintracht mit einem Kopfballtor in der Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken vor dem drohenden Zweitligaabstieg bewahrte. Letzteren Treffer bezeichnete Körbel später einmal als den wichtigsten seiner Karriere.

6. Den wichtigsten Titel seiner Karriere holte Körbel unterdessen 1980, als Frankfurt den UEFA-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach errang. Daneben gewann Körbel insgesamt vier Mal den DFB-Pokal (1975, 1976, 1981, 1988). Beim letzten Pokalsieg fungierte Körbel als Eintracht-Kapitän und ist damit bis heute der letzte Spielführer der Hessen, der einen Titel in die Höhe stemmte. Der Gewinn einer Meisterschaft blieb Körbel verwehrt.

7. Anders als ein offizielles Abschiedsspiel, das 20 Jahre nach Körbels Bundesligadebüt im Waldstadion gegen den FC Bayern stieg, der aber dieses Mal ohne Gerd Müller antrat. Sein letztes Bundesligaspiel bestritt Körbel anno 1991 beim FC St. Pauli, wo er am 33. Spieltag vom gnadenlosen Berliner Referee Prengel wegen eines Allerweltsfouls die vierte Gelbe Karte kassierte und zum großen Frankfurter Verdruss beim Saisonfinale im heimischen Waldstadion gesperrt war.

8. Ein Jahr später, als Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 1991/92 in Rostock kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft stand, wäre Körbel übrigens beinah zu einem Comeback gekommen. Wäre nicht Frankfurts damaliger Cheftrainer Dragoslav Stepanovic gewesen, der davon absah, das zum Assistenztrainer avancierte Klub-Idol im Ostseestadion einzuwechseln. Frankfurt unterlag dem späteren Absteiger mit 1:2 und verlor in einem Herzschlagfinale die Meisterschale an den VfB Stuttgart. Körbel bekundet noch heute: »Mit mir wären wir Meister geworden, denn ich habe noch nie ein Finale verloren

9. Besagter Assistenztrainer seines Leib- und Magenvereins blieb Körbel noch einige Jahre und half zudem Mitte der 90er mehrmals als Interims-Trainer aus. In die Saison 1994/95 führte der »treue Charly« seine Eintracht gar als offizieller Chefcoach, aufgrund großer Abstiegsgefahr musste er aber im Frühling 1996 seinen Hut nehmen. Das brachte indes wenig, da die Eintracht trotz Nachfolger Stepanovic kurz darauf erstmals aus der Bundesliga abstieg. Hiernach wurde Körbel seiner Eintracht übrigens gleich zweimal untreu, als er sich auf Cheftrainer-Stippvisten bei den damaligen Zweitligisten VfB Lübeck und FSV Zwickau einließ.

10. Seit längerer Zeit  ist Körbel seiner Eintracht gottlob aber wieder treu. Inzwischen fungiert er als Berater des Eintracht-Vorstands und leitet die klubeigene Fußballschule, die er 2001 gegründet hat. So richtig los, kommt der »treue Charly« von seiner Eintracht vermutlich nie.

Foto: der-Libero.de