Freitag, 17. August 2012

„Und wieder hat der Pokal seine eigenen Gesetze...“

Am heutigen Freitag ist es wieder soweit. Um 19.00 Uhr wird in Großaspach und Lübeck der Anpfiff der 1. Pokalrunde ertönen. Jahr ein, Jahr aus konkurrieren 64 Mannschaften um den DFB-Pokal.  Der ist rund 52 cm hoch, wiegt 5,7 kg und hat ein Fassungsvermögen von acht Litern. Er besteht aus mit 250 Gramm Feingold feuervergoldetem Sterlingsilber. Wer weiß, womöglich ist er gar der schönste Titel, sprich Pokal, im Fußball.

Für die großen Klubs bietet der Pokalwettbewerb die alljährliche Chance, mit nicht weniger als fünf Siegen den eigenen Briefkopf um einen (weiteren) Titel zu erweitern. Die konkurrierenden Klübchen besitzen diese Chance natürlich auch, doch für Außenseiter hat es zuletzt allenfalls mal bis ins Halbfinale gereicht. Einzig Zweitligist MSV Duisburg war anno 2011 Pokalfinalist, unterlag Schalke 04 jedoch haushoch mit 0:5 und setzte damit seine traurige Serie fort, alle seine vier Pokalendspiele verloren zu haben.
Der besondere Reiz des Pokals ist in jeder Runde greifbar. Die Kleinen sollen die Großen schlagen, solange es nicht der eigene Klub ist, dem die Daumen gedrückt werden. Ausgehend von dieser Wunschvorstellung kennen wir längst diesen eigenen Pokaljargon, der mal passt, zuweilen nervt und vor dem wir an Pokaltagen kaum entfliehen können.

Es ist so, als habe  ihn good old Rolf Töpperwien vor seinem Ruhestand höchstpersönlich entwickelt, was so  natürlich nicht stimmt und sicher zuviel der Ehre wäre. Doch ich habe das Gefühl, dass Töppi stets in der Lage gewesen wäre die folgende Top 5 der„Pokalschlachtrufe“ in jede noch so kurze seiner Reportagen unterzubringen:
1.  „Und erneut steht das ewige junge Duell Davids gegen Goliath bevor.“

2. „Es gibt keine Kleinen mehr.“
3. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“

4. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“
5. „Berlin ist das deutsche Wembley. “

Obwohl, Töppi hat vermutlich - außer in der 3. Halbzeit - nie „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ gerufen. Doch allmählich würde mir mal wieder eine seiner schmissige Pokalreportagen gefallen. In der typisch Töpperwien'schen Tonart versteht sich:
„Pokalsensation im Bremer Weserstadion. Nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Peter Sippel von den Würzburger Kickers überschlagen sich hier die Ereignisse.David FC Oberneuland hat gegen den Goliath, den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund, mit 1:0 triumphiert. Jürgen Klopp schlägt an der Seitenlinie die Hände über den Kopf zusammen. Und wieder hat der Pokal seine eigenen Gesetze...“

Da Töppi nicht mehr im aktiven Mikrofondienst ist und kaum in diesen zurückkehren wird, bleibt dieser Pokaltage nur, sich an seiner Sternstunde mit Olaf Thom nach dem 6:6-Pokalklassiker zwischen Schalke und dem FC Bayern zu erfreuen.


Wie sich in diesem Videoschnipsel sehen lässt, hörte Töppi bereits anno 1984 an der Seitenlinie das Gras wachsen. Und nun: zurück in die Sendezentrale...


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