Posts mit dem Label FA Cup werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label FA Cup werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. Mai 2014

#GunningForTheCup

Wembley Calling! Am Samstag steigt im Wembley-Stadion das Endspiel des seit 1871 im Fußball-Mutterland ausgetragenen FA Cups. Die Rollen sind dort klar verteilt: Hull City ist der Underdog, der FC Arsenal samt seines deutschen Quartetts um Mertesacker, Özil, Podolski und Gnabry der Favorit.  In der langen Historie des ältesten Pokalwettbewerbs der Welt ist Arsenal mit stolzen zehn Pokaltriumphen bei bisher 17 Endspielteilnahmen der zweiterfolgreichste Klub nach Manchester United. Die Medaille von Arsenals letztem FA Cup-Sieg anno 2005 gilt allerdings in der Pokalvitrine der Gunners als etwas angestaubt.
 
Denn seitdem konnten Arsenal und sein ewiger Coach Arsène Wenger keinen Titel mehr in den Londoner Norden holen. Um die gute alte Zeit seiner angestaubten Pokaltriumphe vor dem Endspiel gegen Hull wieder etwas aufleben zu lassen, ließ sich der Klub nun auf seinem Twitter-Kanal etwas Besonderes einfallen. Das Motto bzw. der Hashtag? #GunningForTheCup

Schier täglich werden dort titelhungrige Fans wie Follower mit fein aufbereiteten  historischen Häppchen von Arsenals vielen erfolgreichen FA Cup-Auftritten versorgt, inklusive Jubelfotos, einem Quiz und mehr oder minder subtiler Huldigung an Klub-Ikone Ray Parlour („It’s only one Ray Parlour“), auf der Insel weithin auch als „Pele of Romford“ bekannt. So wird etwa die Erinnerung an Arsenals ersten Pokalsieg 1930 gegen Huddersfield Town hochgehalten oder an den Endspielklassiker von 1979. Der ging als „Five-Minute-Final“ in die  FA Cup-Geschichte ein, bei dem Manchester United Arsenals 2:0-Führung dank später Tore in der 86. und 88 Minute ausglich, ehe die Gunners durch Alan Sunderlands Siegtreffer in Minute 89 das Blatt doch noch zu ihren Gunsten wendeten. Well, was ist schon das Drama des 1999er Champions League-Endspiels von Barcelona dagegen?
 
Erhabene Erwähnung findet auf Arsenals Twitter-Kanal ebenfalls Arsenals 2002er FA Cup-Sieg, als Arsenal  gegen Chelsea triumphierte. Wie schön für Arsenals Follower, dass auch jener Tweet mit der Frage „Were you there?“ (Waren Sie dabei?) garniert war.
Denn jene Frage zog ruckzuck die schreiend komische Replik von Chelseas damaligem Linksverteidiger Graeme Le Saux nach sich. Le Saux zwitscherte in etwa bitter-süß davon, dass er selbstverständlich dabei gewesen sei und am Ende auf dem Rasen liegend vor lauter Schock seinen Kopf in seinen Händen vergraben habe. Indeed, lang ist es her...
 
Für Arsenals morgigen Finalgegner Hull City ist indessen allein schon die erstmalige Finalteilnahme der größte Erfolg seiner FA Cup-Historie. Nur einmal standen „The Tigers“ kurz vor einem Endspieleinzug. Es war 1930. Hull scheiterte in zwei Halbfinalspielen damals, man kann es sich denken, an Arsenal. Es zeichnet sich wohl ein schlechtes Omen ab, dass nun ausgerechnet Arsenal in Wembley die Außenseiter von Hull City erwartet.

Derlei Omen und Orakel werden den „Gunners“ es gleich sein. Per Pokalsieg wäre die Saison gerettet, die schier ewige Wartezeit auf einen Titel beendet und die Pokalvitrine hätte wieder etwas Glanz gewonnen. Ob auf dem Twitter-Kanal oder auch sonst zählt am Samstag im Arsenal-Kosmos wohl nur ausschließlich: #GunningForTheCup…

Samstag, 20. Juli 2013

R.I.P. »Traut the Kraut«

Bernd, genannt Bert, Trautmann verstarb gestern im Alter von 89 Jahren im spanischen La Llosa. Die schier allwissende Wikipedia erinnert sich: „Bert Trautmann ist vielleicht das bekannteste Beispiel eines Deutschen, der im Zweiten Weltkrieg gegen die Briten kämpfte, sich nach dessen Ende aber in deren Herzen spielte. In England gilt Bert Trautmann noch immer als einer der besten Torhüter aller Zeiten.“

1956 war Bert Trautmanns annus mirablis, als der gebürtige Bremer -als Torwart wohlgemerkt - im Fußball-Mutterland zum Fußballer des Jahres avancierte.

Einem medizinischen Wunder gleichend hatte Bert mit einem Genickbruch und fünf ausgerenkten Halswirbeln das FA Cup-Endspiel gegen Birmingham City zu Ende gespielt. In seinem pastellgrünen Sweater hielt der Goalie für Manchester City mit diversen Glanzparaden im alten Londoner Wembley-Stadion den 3:1-Sieg und damit den FA Cup-Triumph buchstäblich fest.

Der große sowjetische Torwart Lew Jaschin adelte Trautmann, der aufgrund Sepp Herbergers Abneigung gegen Legionäre nie Pfosten der deutschten Nationalelf hütet sollte, einmal:

„Es gab nur zwei Weltklasse-Torhüter. Einer war Lew Jaschin, der andere war der deutsche Junge, der in Manchester spielte – Trautmann.“

 Am 22. Oktober wäre Trautmann 90 Jahre alt geworden, am selben Tag, an dem im Übrigen der schon 1990 verstorbene Lew Jaschin Geburtstag hatte. Manchester City kondoliert seiner Torwart-Ikone auf seiner Homepage, der über 500 Mal in Citys Tor stand, mit folgendem Worten:

„Bert war eine wahre Klub-Legende im besten Sinne des Wortes. Er war einer der großartigsten City-Torhüter aller Zeiten und ein wunderbarer Botschafter, nicht nur für sein Land, sondern auch für Manchester City. Bert wird von jedem, der ihn kannte, und von der gesamten Fußball-Welt schmerzlich vermisst werden.“


Rest in peace »Traut the Kraut«!
 

Mittwoch, 30. Januar 2013

Brentford Blues

Was macht eigentlich, Uwe Rösler? Die einstige sächsische Sturmkante, den Manchester City weiland in seine Hall of Fame aufnahm, ist zurzeit der einzige deutsche Cheftrainer eines Profiklubs im Mutterland des Fußballs. Denn der 44-Jährige mit dem kahlen Haupt coacht den  FC Brentford. Nicht zu verwechseln mit dem Viertligisten Bradford City, der just sensationell ins englische Ligapokalfinale eingezogen ist.

Doch bleiben wir beim drittklassigen FC Brentford aus dem Londoner Westen, mit dem Rösler in der League One dank einer tollen Siegesserie auf dem stolzen 3. Platz rangiert – hinter Vereinen wie den Rovers aus Tranmere und Doncaster. Unter Rösler, der in der norwegischen Heimat seiner Ehefrau seine ersten Trainergehversuche machte, befinden sich die „Bees“ (die Bienen) quasi im Landeanflug auf einen Aufstieg.

Das gab es bei dem Traditionsklübchen, als dessen berühmtester Kicker Roddie Stewart gilt, schon lange nicht mehr. Denn Anfang der swinging sixties spielte die schottische Rockröhre, quasi nach Ende seines Stimmbruchs, beim FC Brentford vor. Stewart erhielt dort aber entgegen einer landläufigen Legende keinen Profivertrag. Apropos Landeanflug. Sollten Sie einmal Heathrow, Londons größten Flughafen anfliegen, werden Sie Brentfords Stadion gut erkennen. Denn der Griffin Park liegt in Heathrows Einflugschneise, weshalb der kleine Klub seine Tribünendächer mit Werbeslogans hat versehen lassen.


Das hat man beim großen West-Londoner Nachbarn FC Chelsea, der am Sonntag zur 4. FA Cup-Runde in den Griffin Park einflog, nicht nötig. Doch hätte Fernando Torres Chelsea mit seinem Ausgleichstreffer kurz vor dem Schlusspfiff nicht ins Wiederholungsspiel gerettet. Dann wären Mr. Lampard und Kollegen von Röslers „Bienenschwarm“ im Griffin Park, wo Chelseas Reserve früher eine Zeit lang seine Heimspiele absolvierte, um ein Haar aus Englands traditionsreichstem Pokalwettbewerb gestochen worden.

Nach jenem blamablen 2:2-Remis schlichen Chelseas Coach Rafa Benitez und seine Star-Kicker mit verkniffenen Minen vom geschundenen Rasen des Griffin Parks, so als hätte sie der Brentford Blues ereilt. Schließlich war der schlingernde Champions League-Sieger erst kürzlich ähnlich blamabel gegen die wackeren Waliser von Swansea City im englischen Ligapokalhalbfinale gescheitert. Die „Bees“ ließen sich nach dem Schlusspfiff zwar mit stolzen Minen von den 12.000 begeisterten Zuschauern im Griffin Park feiern.

Doch der Brentford Blues, der schien an diesem sonnigen Januarnachmittag im Londoner Westen selbst jenen Uwe Rösler befallen zu haben. In Erwartung des Wiederholungsspiels an der Stamford Bridge fasste Rösler die Ereignisse zwischen den ungleichen Nachbarnspäter in einem BBC-Interview zusammen und sagte im wehmütigen Sound: „Chance of a lifetime missed“.