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Sonntag, 14. August 2011

Kein Kopfballungeheuer

Ein wenig besorgt frage ich mich derzeit schon, wie sich dieser Mario Götze auf seiner rasenden Rakete fühlt, die ihn offenbar ungebremst in Richtung Fußball-Olymp schießt.Franz Beckenbauer etwa ergötzte sich kürzlich regelgerecht an diesem 19-Jährigen, indem er ihn mit dem grandiosen Lionel Messi verglich und Götze damit einen ersten von zwei kaiserlichen Ritterschlägen gab.

Von Jogis Löwen bekam unser „Kaiser“ am letzten Mittwoch in der neuen Stuttgarter Arena eine spielerische Sternstunde beim 3:2 gegen Brasilien serviert, die dieser Mario Götze mit einer neuerlichen Gala in eigener Sache garnierte. Angesichts der Gala, mit der dieser Mario Götze diese Sternstunde garnierte, sollen sich an diesem lauen Abend im August, wie die ZEIT zu berichten weiß, so manche Journalisten gar an den jungen Franz Beckenbauer erinnert gefühlt haben.

Selbst der mit Lob sonst kühl kalkulierende Felix Magath, in einem früheren Leben Anfang der Achtziger selbst einmal Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, adelte den Dortmunder tags darauf zum „Jahrhunderttalent“. Das Prädikat „deutscher Messi“ scheint nach Beckenbauers Eloge gesetzt, der surrende Spitzname „Götzinho“ ist aus den Schlagzeilen wohl nicht mehr wegzudenken und der Weg für Götze geebnet, in die Reihe der „Weißen Brasilianer“ um Strategen wie Bernd Schneider oder Ansgar Brinkmann aufgenommen zu werden.

Für viele Zuschauer vor den Fernsehschirmen gehörte wegen der berauschenden „Samba do Götze“ gegen die Erben des großen Pelé der euphorische Sprung vom heimischen Sofa vermutlich ebenso dazu wie der Griff in die Chips-Schale. Ob Magath den Sofasprung ebenfalls gewagt hat, ist bislang nicht durchgesickert. Dazu wird man kaum vorhersagen können, ob kommende brasilianische Ballkünstler mit dem nun trendigen Künstlernamen „Mario Götze“ den Sand der Copacabana bedribbeln werden.

Fest steht jedenfalls, dass diese Ereignisse unseren „Kaiser“ schier überwältigt haben und Götze von ihm zwischenzeitlich den nächsten kaiserlichen Ritterschlag erhalten hat. Der Herrgott habe diesen Burschen mit Talent überschüttet. Er traue ihm alles zu, jubilierte unser „Kaiser“ in seiner Bild-Kolumne.

Alles? Naja, fast alles. Denn der korrekte Beckenbauer’sche Wortlaut klingt so: „Ich traue ihm alles zu – außer vielleicht ein Kopfballungeheuer zu werden.“ Nur, was heißt das nun für Fußball-Deutschland? Ist jetzt etwa Sorge angebracht, wenn es selbst diesem Mario Götze nicht gelingt, das Erbe von good old Horst Hrubesch anzutreten?

Gott sei Dank, nicht. Denn dieser Mario Götze wird vermutlich niemals im Luftduell gegen walisische Abwehrhünen klitschnasse Bälle per Kopf in die Maschen wuchten. Danach wird er auch niemals dem rasenden ARD-Reporter Jürgen Bergener lakonisch in dessen Mikro seufzen: „Poldi Flanke, ich Kopf - Tor.“

Doch wenn dieser Mario Götze, wie der „Kaiser“ weissagt, kein Kopfballungeheuer werden wird. Dann bedeutet dies: auch dieser Mario Götze ist nur ein Mensch. Ein Mensch mit Midas-Füßen wohlgemerkt. Dies lässt einen erst einmal durchatmen. Hauptsache, dieser Mario Götze verglüht nicht auf seiner Rakete auf dem weiten Weg gen Fußball-Olymp…

Mittwoch, 16. März 2011

Freier Mann

Guten Tag allerseits!
Wer hätte das gedacht?
Es wird tatsächlich wieder ein Libero aufs Feld geschickt.

Doch keine Bange, dies ist weder antiquiert noch eine Wiedergeburt, sondern nur (ein regelmäßig unregelmäßiger) Fußball-Blog!

Der LIBERO kommentiert mal bissig das Geschehen im Fußball-Kosmos.
Mal spielt der LIBERO nostalgische Pässe oder kickt lange Bälle auf die Insel.

Nicht im Stil des Kick & Rush, eher mit einem Augenzwinkern:

Frisch. Franz. Fröhlich. Frei.

Die Numero 5 lebt und all das ganz ohne Otto Rehhagel.

Die letzte Station des vermutlich allerletzten Liberos war übrigens Thor Waterschei.