Mit einem veritablen Jahr Verspätung setzt Nicklas Bendtner für den VfL Wolfsburg ein erstes Ausrufezeichen und schoß die Wölfe zum Sieg im Supercup über den FC Bayern. Der "Lord" scheint in der Autostadt angekommen zu sein und sorgte sogleich bei tollen Twitterern für erinnerungswürdige Preziosen, die zwitscherten, der Lord habe zu diesem Zeitpunkt schon mehr Titel gewonnen als Messi und Cristiano zusammen.
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Samstag, 1. August 2015
Samstag, 24. November 2012
Alle Augen auf den neuen Leitwolf
Ja, Thomas Schaaf
und Klaus Allofs gehörten 13 lange Jahre zu Bremen wie die vier Stadtmusikanten. Allofs
ist bekanntlich fortgezogen, wechselte spektakulär uzum VfL Wolfsburg und war
deshalb in den letzten Wochen in aller Munde. Nach 13 Jahren im Werder-Kosmos fungiert
Allofs dort seit Kurzem als Geschäftsführer Sport. Wohl nicht wenige "Wölfe" heulten vor Freude auf.
Keine zwei Wochen nach seinem Wechsel kommt es bereits zum Wiedersehen. Fürwahr, der Spielplan ist bisweilen gnadenlos. Denn Werder gastiert heute um 15.30 Uhr beim VfL. „Wir spielen nicht gegen Klaus Allofs, sondern gegen den VfL Wolfsburg“, diktierte Schaaf dem kicker zwar den brisanten Ball flach haltend in den Block. Dennoch heißt es heute: alle Augen auf Allofs! Wie übrigens auch hier beim Libero, der zehn Dinge über den neuen Leitwolf des VfL zusammengetragen hat…
1. Es war im Spätsommer 1975, als Allofs im Dress von Fortuna Düsseldorf sein Bundesligadebüt feierte. Gegner war seinerzeit Wolfsburgs Nachbar Eintracht Braunschweig. Der VfL Wolfsburg kickte damals nach einem Abstieg aus der 2. Bundesliga in der Oberliga Nord.
2. Sechs Jahre später avancierte Allofs zum teuersten Transfer der Bundesliga, als ausgerechnet der 1. FC Köln den gebürtigen Düsseldorfer für sage und schreibe 2,25 Millionen DM (!) verpflichtete.
3. Neben den beiden rheinischen Traditionsklubs stürmte Allofs Anfang der 90er für Werder Bremen. Ein gewisser Otto Rehhagel hatte seinen früheren Düsseldorfer Schützling nach einer dreijährigen Stippvisite in Frankreich bei Olympique Marseille und Girondins Bordeaux im reifen Alter von 33 Jahren in die Bundesliga zurückgeholt.
4. Insgesamt erzielte Allofs für diese drei Klubs in 429 Bundesligaspielen 177 Treffer und rangiert gemeinsam mit Dieter Müller auf dem 7. Rang der ewigen Torschützenliste - gleich zweimal (1979, 1985) wurde er Bundesliga-Torschützenkönig. Ebenso wie 1989 sein oft nicht minder torgefährlicher Bruder Thomas, der ebenso wie sein großer Bruder sowohl für die Düsseldorfer Fortuna und den Effzeh die Stiefel schnürte.
5. Neben seiner kapitalen Torquote kann Klaus Allofs eine weitere beachtliche Bilanz vorweisen. Mit jedem seiner deutschen Klubs erreichte er ein Europapokalfinale, mit Düsseldorf anno 1979 das Endspiel des einstigen Pokalsiegercups, in welchem die Fortuna gegen den FC Barcelona mit 3:4 verlor. Im UEFA-Pokal-Endspiel 1986 unterlagen Allofs und der 1. FC Köln Real Madrid. 1992 triumphierte er dann mit Werder und steuerte gar einen Treffer zum 2:0-Finalsieg über den AS Monaco bei.
6. Als Werder-Kicker wurde er überdies Meister und DFB-Pokalsieger. Was den DFB-Pokal angeht, war Allofs im Übrigen ein regelrechter Spezialist und errang diesen mit Köln und Düsseldorf ebenfalls drei Mal. Ganz zu schweigen von dem französischen Double, das er anno 1989 mit Marseille feierte.
7. Selbstverständlich trug Allofs auch den Adler auf der Brust, absolvierte ehedem 56 Länderspiele und avancierte gar 1980 zum Europameister. Die Lorbeeren des Torschützenkönigs bei dieser italienischen Euro durfte sich Allofs dank dreier Treffer ebenso umhängen, nachdem er diese während einer höchstpersönlichen Sternstunde allesamt den Niederlanden in der Vorrunde eingeschenkt hatte.
8. Jene Treffsicherheit wurde Allofs auch lange als Manager von Werder Bremen nachgesagt, indem er etwa weithin unbekannte Kicker zumeist kostengünstig an die Weser lotste, die dann bei Werder groß herauskamen. Allen voran werden hier oft die Herren Micoud, Diego oder Özil genannt. Fast vergessen werden an dieser Stelle leider fast genauso oft die fabulösen Verteidiger Mladen Krstajić , Valerien Ismael oder Naldo, die Allofs entdeckte.
9. Im Oktober 1999 begann Allofs bekanntlich seine Karriere als Werder-Manager, die mit von einer polemischen Prophezeiung begleitet wurde. Max Merkel, seinerzeit messerscharfer BILD-Kolumnist, traute ihm damals nicht einmal zu, in der freien Wirtschaft einen Job als Parkplatzwächter zu übernehmen. Hiervon dürfte sich der autoaffine VfL Wolfsburg fast eineinhalb Jahrzehnte später wohl weniger beeinflussen lassen haben.
10. Für den Fall, dass Allofs in der Autostadt zum ersten Mal in seiner Managerkarriere einen Trainer entlassen müsste. Ein eigenes Abenteuer auf der Trainerbank dürfte sich der 55-Jährige gewiss ersparen. Denn ein halbes Jahr vor Beginn seiner Managerkarriere bei Werder hatte ihn seine alte Liebe Fortuna Düsseldorf als Cheftrainer entlassen. Allofs Schützlinge hatten zuvor sage und schreibe zehn Spiele in Folge verloren und waren Schlusslicht der 2. Liga. Lang, lang ist dies her…
Keine zwei Wochen nach seinem Wechsel kommt es bereits zum Wiedersehen. Fürwahr, der Spielplan ist bisweilen gnadenlos. Denn Werder gastiert heute um 15.30 Uhr beim VfL. „Wir spielen nicht gegen Klaus Allofs, sondern gegen den VfL Wolfsburg“, diktierte Schaaf dem kicker zwar den brisanten Ball flach haltend in den Block. Dennoch heißt es heute: alle Augen auf Allofs! Wie übrigens auch hier beim Libero, der zehn Dinge über den neuen Leitwolf des VfL zusammengetragen hat…
1. Es war im Spätsommer 1975, als Allofs im Dress von Fortuna Düsseldorf sein Bundesligadebüt feierte. Gegner war seinerzeit Wolfsburgs Nachbar Eintracht Braunschweig. Der VfL Wolfsburg kickte damals nach einem Abstieg aus der 2. Bundesliga in der Oberliga Nord.
2. Sechs Jahre später avancierte Allofs zum teuersten Transfer der Bundesliga, als ausgerechnet der 1. FC Köln den gebürtigen Düsseldorfer für sage und schreibe 2,25 Millionen DM (!) verpflichtete.
3. Neben den beiden rheinischen Traditionsklubs stürmte Allofs Anfang der 90er für Werder Bremen. Ein gewisser Otto Rehhagel hatte seinen früheren Düsseldorfer Schützling nach einer dreijährigen Stippvisite in Frankreich bei Olympique Marseille und Girondins Bordeaux im reifen Alter von 33 Jahren in die Bundesliga zurückgeholt.
4. Insgesamt erzielte Allofs für diese drei Klubs in 429 Bundesligaspielen 177 Treffer und rangiert gemeinsam mit Dieter Müller auf dem 7. Rang der ewigen Torschützenliste - gleich zweimal (1979, 1985) wurde er Bundesliga-Torschützenkönig. Ebenso wie 1989 sein oft nicht minder torgefährlicher Bruder Thomas, der ebenso wie sein großer Bruder sowohl für die Düsseldorfer Fortuna und den Effzeh die Stiefel schnürte.
5. Neben seiner kapitalen Torquote kann Klaus Allofs eine weitere beachtliche Bilanz vorweisen. Mit jedem seiner deutschen Klubs erreichte er ein Europapokalfinale, mit Düsseldorf anno 1979 das Endspiel des einstigen Pokalsiegercups, in welchem die Fortuna gegen den FC Barcelona mit 3:4 verlor. Im UEFA-Pokal-Endspiel 1986 unterlagen Allofs und der 1. FC Köln Real Madrid. 1992 triumphierte er dann mit Werder und steuerte gar einen Treffer zum 2:0-Finalsieg über den AS Monaco bei.
6. Als Werder-Kicker wurde er überdies Meister und DFB-Pokalsieger. Was den DFB-Pokal angeht, war Allofs im Übrigen ein regelrechter Spezialist und errang diesen mit Köln und Düsseldorf ebenfalls drei Mal. Ganz zu schweigen von dem französischen Double, das er anno 1989 mit Marseille feierte.
7. Selbstverständlich trug Allofs auch den Adler auf der Brust, absolvierte ehedem 56 Länderspiele und avancierte gar 1980 zum Europameister. Die Lorbeeren des Torschützenkönigs bei dieser italienischen Euro durfte sich Allofs dank dreier Treffer ebenso umhängen, nachdem er diese während einer höchstpersönlichen Sternstunde allesamt den Niederlanden in der Vorrunde eingeschenkt hatte.
8. Jene Treffsicherheit wurde Allofs auch lange als Manager von Werder Bremen nachgesagt, indem er etwa weithin unbekannte Kicker zumeist kostengünstig an die Weser lotste, die dann bei Werder groß herauskamen. Allen voran werden hier oft die Herren Micoud, Diego oder Özil genannt. Fast vergessen werden an dieser Stelle leider fast genauso oft die fabulösen Verteidiger Mladen Krstajić , Valerien Ismael oder Naldo, die Allofs entdeckte.
9. Im Oktober 1999 begann Allofs bekanntlich seine Karriere als Werder-Manager, die mit von einer polemischen Prophezeiung begleitet wurde. Max Merkel, seinerzeit messerscharfer BILD-Kolumnist, traute ihm damals nicht einmal zu, in der freien Wirtschaft einen Job als Parkplatzwächter zu übernehmen. Hiervon dürfte sich der autoaffine VfL Wolfsburg fast eineinhalb Jahrzehnte später wohl weniger beeinflussen lassen haben.
10. Für den Fall, dass Allofs in der Autostadt zum ersten Mal in seiner Managerkarriere einen Trainer entlassen müsste. Ein eigenes Abenteuer auf der Trainerbank dürfte sich der 55-Jährige gewiss ersparen. Denn ein halbes Jahr vor Beginn seiner Managerkarriere bei Werder hatte ihn seine alte Liebe Fortuna Düsseldorf als Cheftrainer entlassen. Allofs Schützlinge hatten zuvor sage und schreibe zehn Spiele in Folge verloren und waren Schlusslicht der 2. Liga. Lang, lang ist dies her…
Samstag, 27. Oktober 2012
Forza Lorenz-Günther Köstner!
Seit Donnerstag ist Felix Wolfgang Magath nun
in Wolfsburg Geschichte. Hat es eigentlich auch rund um die
Wolfsburger Meisterschaft anno 2009 derart viel Bohei gegeben wie nun um seine
Entlassung? Was einen kaum verwundert: nach dem Niedergang
der letzten Wochen mit Magath hat man in der Autostadt kaum einen der wenigen Wölfe aufheulen
hören. Dafür soll es in
dem 35 (?) Mann starken VfL-Kader so
manch Kicker geben, denen seitdem regelrechte Medizinbälle vom
Herzen gefallen sein sollen.
Magath kehrte im März 2011 als gefeierter Held zum VfL zurück und ging 1.251 Tage, nachdem er die Meisterschale mit den Wölfen gewann, buchstäblich als einsamer Wolf. Gewissermaßen erlebte Magath in Wolfsburg sein Waterloo, das ihn beinah in jenem März 2011 auf Schalke ereilt hatte. Wie damals auf Schalke sind nun auch in Wolfsburg die Tage gezählt, an denen seine Kickern den „Mount Magath“ sozusagen zum Kotzen finden und ihnen ob der HSV-Legende die Knie schlottern wie den Piraten in den Asterix-Comics vor den schlagkräftigen Galliern.
Bekanntermaßen wird, wie schon im Frühjahr 2010, Lorenz-Günther Köstner interimsweise das Magath’sche Trainer-Zepter, zumindest für das heutige Bundesligagastspiel bei Fortuna Düsseldorf und das Pokalspiel am Mittwoch gegen den FSV Frankfurt zu übernehmen. Köstner kündigte unlängst an, mit seinen Spielern reden und herausfinden zu wollen, wie die Mannschaft ticke. Hört, hört! Soft Skills sind nun beim VfL wieder gefragt. Die WELT schreibt hierzu:
„Der frühere Unterhachinger und Kölner Bundesligatrainer ist nun vorerst die nächste Lösung für den VW-Versuch, die Konzerntochter VfL auf Erfolg zu trimmen. Nach anderthalb Jahren Magath mit 37 Transfers für gut 71 Millionen Euro, ständigen Personalrochaden zwischen Spielfeld und Tribüne, Ausmusterungen und minimaler Kommunikation mit den Spielern ist die Verunsicherung groß.“
Magath kehrte im März 2011 als gefeierter Held zum VfL zurück und ging 1.251 Tage, nachdem er die Meisterschale mit den Wölfen gewann, buchstäblich als einsamer Wolf. Gewissermaßen erlebte Magath in Wolfsburg sein Waterloo, das ihn beinah in jenem März 2011 auf Schalke ereilt hatte. Wie damals auf Schalke sind nun auch in Wolfsburg die Tage gezählt, an denen seine Kickern den „Mount Magath“ sozusagen zum Kotzen finden und ihnen ob der HSV-Legende die Knie schlottern wie den Piraten in den Asterix-Comics vor den schlagkräftigen Galliern.
Bekanntermaßen wird, wie schon im Frühjahr 2010, Lorenz-Günther Köstner interimsweise das Magath’sche Trainer-Zepter, zumindest für das heutige Bundesligagastspiel bei Fortuna Düsseldorf und das Pokalspiel am Mittwoch gegen den FSV Frankfurt zu übernehmen. Köstner kündigte unlängst an, mit seinen Spielern reden und herausfinden zu wollen, wie die Mannschaft ticke. Hört, hört! Soft Skills sind nun beim VfL wieder gefragt. Die WELT schreibt hierzu:
„Der frühere Unterhachinger und Kölner Bundesligatrainer ist nun vorerst die nächste Lösung für den VW-Versuch, die Konzerntochter VfL auf Erfolg zu trimmen. Nach anderthalb Jahren Magath mit 37 Transfers für gut 71 Millionen Euro, ständigen Personalrochaden zwischen Spielfeld und Tribüne, Ausmusterungen und minimaler Kommunikation mit den Spielern ist die Verunsicherung groß.“
Der 60-jährige
Köstner ist ansonsten Trainer der zweiten Mannschaft des VfL und besiegte mit seinem viertklassigen Regionalligateam zuletzt vor 220 Zuschauern 3:1
gegen die einstige Zweitliga-Trutzburg SV Meppen. Unterdessen sind beim VfL Wolfsburg schier unvermeidlich große Lösungen wie Bert van Marwijk oder Bernd Schuster im Gespräch. Doch wer meint, Köstners auf den
ersten Blick etwas unscheinbares Profil mangele es, sagen wir einmal, an erhabenen Erlebnissen in der großen,
weiten Welt des Fußballs, der irrt! Folgende fünf Fakten über
Köstner dürften hier Licht ins Dunkel bringen.
1. Mit
Borussia Mönchengladbach wurde
Köstner etwa 1975 Deutscher Meister und gewann gar den UEFA-Pokal, auch
wenn der damalige Mittelfeldspieler damals eher in der zweiten Reihe der „Fohlen“
stand.
2. In
der zweiten Reihe buchstäblich stehend lässt sich auch Köstners größter
Erfolg als
Trainer verorten. Köstner assistierte vor 20 Jahren einem gewissen Christoph Daum, der den VfB Stuttgart 1992 in einem denkwürdigen Saisonfinale zum Meister machte.
Trainer verorten. Köstner assistierte vor 20 Jahren einem gewissen Christoph Daum, der den VfB Stuttgart 1992 in einem denkwürdigen Saisonfinale zum Meister machte.
3. Köstners
schwärzeste Trainerstunde schlug indes beim 1. FC Köln. Ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen
Vereinsjubiläums ging Köstner als jener tragischer Trainer in die
Annalen des Bundesgründungsmitglieds ein, der mit dem stolzen
Effzeh erstmals abstieg.
4. Ein
ähnliches Schicksal sollte Köstner später nochmals mit der SpVgg
Unterhaching erleiden. Allerdings darf sich Köstner ebenso als der Trainer
des vor den Toren Münchens ansässigen Klübchens bezeichnen lassen, der zunächst mit der SpVgg in die Bundesliga aufstieg und sie dort stolze drei Jahre lang mit Glück und Geschick hielt.
5. Während seines ersten Engagements im Frühling 2010 als Interimscoach des VfL rettete
Köstner den damals amtierenden Meister immerhin vor dem
Abstieg, führte ihn bis ins Viertelfinale der Europa League und ist seitdem übrigens der erfolgreichste Trainer in der 15-jährigen Wolfsburger Bundesligahistorie: mit einem profunden Punkteschnitt von 1,73.
Forza, Lorenz-Günther Köstner!
Forza, Lorenz-Günther Köstner!