Mittwoch, 30. August 2017

Von Daum und Dorschen

Als Trainer war Christoph Daum weiland einer der größten Hechte im Karpfenteich. Wie wir wissen, ist dies jedoch Schnee von gestern. Inzwischen hat es die mittlerweile 63-jährige Trainerikone nach Rumänien verschlagen, wo sich Daum mit bisher überschaubarem Erfolg als Nationaltrainer versucht. Denn durch die  Qualifikation für die WM 2018 in Russland dümpelt Daum mitsamt seinen Karpatenkickern doch ziemlich und ist mit sechs Pünktchen schon etwas abgeschlagen. Ob Daum die Erben des großen Gheorghe Hagi wohl schon über Scherben hat laufen lassen?

Mit Rute und Rolle hat Daum bei aller Innovationskraft wohl weniger Erfahrung. Anders als der stille Miro Klose, der angeblich der Faszination des Fliegenfischens erlegen ist, oder der stoische Klaus Augenthaler, der es in den Worten der WELT gesagt vom Weltmeister zum sogenannten »Welsmeister« brachte und sich mal mächtig Ärger mit dem Angelverband einhandelte. Ganz zu schweigen vom unverwüstlichen Horst Hrubesch, der über seine Leidenschaft einst das Sachbuch »Dorschangeln vom Boot und an den Küsten« mitverfasste. Daum dagegen gingen in seinen besten Zeiten an der Seitenlinie viele Siege ins Netz oder nun ein Journalist von der rumänischen Zeitung »Gazeta Sporturilor«. Man sollte wissen: Daum hatte vor einiger Zeit wegen der ihm nicht genehmen Berichterstattung der Zeitung gemurrt, dass diese allein dafür gut sei, um Fisch einzupacken.

Die Reaktion der Zeitung? Sie entsandte ihren Redakteur Marius Magarit zur Pressekonferenz vor dem Duell Rumäniens am Freitag gegen Armenien, um Daum eine Angelrute zu schenken. Die Übergabe lehnte Daum mit einem Wortgewitter erzürnt ab und war mit seinem „Angler-Latein“ aber offenbar am Ende, als der kühne Journalist die Rute mit etwas Chuzpe einfach vor Daum ablegte. Wer weiß, ob es nun doch noch etwas mit Daum und den Dorschen wird. Was Horst Hrubesch ihm wohl raten würde? Hrubeschs Angelbestseller gilt im Übrigen längst als vergriffen...

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