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Sonntag, 27. August 2017

Singing Sunday #9: Wayne Rooney sings...

Immer mal wieder sonntags präsentiert »Der Libero«  den »Singing Sunday«. Denn schließlich existieren im Fußball-Orbit einfach zu viele musikalische Preziosen von schönen Chants oder gar singenden Fußballern, deren herbe Stimmgewalt zuweilen jedem Shanty-Chor erstaunen lässt.

Englands Fußball-Ikone Wayne Rooney reitet allmählich in den Sonnenuntergang seiner abwechslungsreichen Kickerkarriere, von deren Anekdoten sich Bücher über Bücher füllen lassen. An dieser Stelle werden Höhepunkte bei Bordellbesuchen oder Gelagen einmal ausgeklammert. Schließlich schrieb Rooney zuletzt noch einmal Geschichte. Inzwischen vom Abstellgleis bei Manchester United in die offenen Arme seines Jugendklubs FC Everton zurückgekehrt, schoss Rooney gegen Manchester City sein 200. Premier League-Tor. Damit zog er neben Rekordtorschütze Alan Shearer in den eher einsamen Klub der Torjäger mit mehr als 200 Premier League-Treffern ein. Mit bald 32 Jahren hat Rooney vermutlich nicht mehr allzu viele Spielzeiten vor sich, um Shearers Rekord von 260 goals zu knacken. Doch der seltsam fit und austrainiert wirkende Rooney scheint sich nur noch auf Everton und vielleicht diesen Rekord konzentrieren zu wollen, erklärte er doch vor wenigen Tagen seinen Rücktritt aus Englands Nationalteam, deren Rekordtorschütze Rooney längst ist.       

Was Rooney dann irgendwann nach seinem Karriereende treiben könnte, darüber lässt sich gewiss vortrefflich rätseln. Vielleicht singt er ja. Schon seit einigen Jahren umweht Rooney die Anekdote, wie zu Anfang seiner Zeit bei Manchester United versucht hat, neben dem Rasenrechteck zu einem „Gitarrengott“ zu avancieren. Seine Herzensdame Colleen hatte daher weiland die großartige Idee, ihm eine von Noel Gallagher signierte Klampfe zum Geburtstag zu schenken. Diese Steilvorlage ließ sich der knurrige Oasis-Boss, ganz Manchester City-Edelfan nicht entgehen. Kurzum besprühte er das ihm übersandte Instrument in Citys hellblauer Vereinsfarbe samt dem Refrain der City-Hymne »Blue Moon« und schickte die unschuldige Klampfe an die unbedarfte Colleen zurück. Ob sie Rooney gefiel, ist nicht bekannt. Er soll sie dem Vernehmen nach für einen guten Zweck versteigert haben.

All das hat Rooney indes nicht gehindert, vor einigen Jahren im karibischen Sommerurlaub in einer Karaoke-Bar auf Barbados den Oasis-Klassiker »Wonderwall«  zum Besten zum geben, ganz ohne irgendeine Gitarre versteht sich. Zum Einsingen der offenbar schon gut geölten Stimme Rooneys dürfen zuvor die Beatles-Songs »Yesterday« und in Anklängen »Hey Jude« herhalten. Man merkt, Everton gehört halt doch zu Liverpool...Song(s) ab!

 

Sonntag, 3. November 2013

Lord Nelson lässt grüßen

Die Rente von Sir Alex Ferguson, der nach 27 Jahren auf Manchester Uniteds Trainerbank nur noch als Vorstandsberater des englischen Rekordmeisters fungiert, gleicht zunehmend einer Art Unruhestand. Eine Ehrung folgt gefühlt der nächsten. So trägt etwa die bisherige Waters Roach in der Nähe von Old Trafford nun den Namen des 71-jährigen Schotten. Unruhig könnte Fergie aber auch wegen seines Erbes werden, nachdem er sein Trainerzepter im Sommer an seinen von ihm vorgeschlagenen schottischen Landsmann David Moyes abgegeben hatte.

Denn ManUnited um Altstar Ryan Giggs und Wayne Rooney versinkt unter Moyes nach schwachem Saisonstart als Achter im Mittelmaß der Premier League. David Moyes benötigte ob der unruhigen Umbruchphase, inklusive Pleiten gegen die Erzrivalen Liverpool oder Manchester City und West Bromwich, nun gar den öffentlichen Zuspruch Fergusons. ManUnited sei der einzige Klub, der aufgrund seiner Geschichte in der Lage sei, wieder zurückzukommen und noch die Meisterschaft zu gewinnen.  »Fergie« weiß halt wie es geht und legte einst nach seiner Amtsübernahme in Old Trafford im November 1986 selbst nicht den besten Start hin.

Ferguson himself sorgte mit seiner Autobiografie zuletzt ebenfalls für Unruhe. Besser gesagt ließ »Sir Alex gnadenlos« (Spiegel Online) mit seinen Erinnerungen im Whirlpool der United-Legends einen ausgewachsenen Tsunami aufbranden. »Der Sir kann auch schmutzig«, kommentierte die Süddeutsche. Denn der nachtretende Schotte geizte nicht mit Attacken gegen seine einstigen Stars und besonders David Beckham (»David Beckham glaubte, er sei größer als Alex Ferguson. Das war seine Totenglocke«), Wayne Rooney (»Nicht der Hellste«) und Roy Keane aufs Korn. Dem Iren, der als gefürchteter United-Skipper weiland Fergusons verlängerter Arm auf dem Rasen war, unterstellt Ferguson gar »die schlimmste Ausdrucksweise, die man sich vorstellen kann«.

Derlei Lästereien riefen selbst Keanes Mutter Marie auf den Plan, die diese gegenüber der Irish Sun empört als »böse« brandmarkte. Roy Keane hatte da bereits mit einer kernigen Grätsche gekontert, indem er seinem Ex-Coach mangelnde Loyalität vorwarf und ihn als »Heuchler« abkanzelte. Umso pikanter wirkt dieses Scharmützel, da Keane vor langer Zeit als Fergusons Nachfolgekandidat galt und der Schotte bei Keanes Abschiedsspiel anno 2006 gerührt gesäuselt hatte, dass Keane der beste Spieler bei United gewesen wäre, den er je hätte trainieren dürfen.

Doch Keane wird aus eigener Erfahrung wissen, dass sich eine mit derlei Salven befeuerte Autobiografie ziemlich gut verkauft. Er muss sich wie die anderen von »Fergie« gescholtenen United-Legenden auf eine gewisse Weise Trost suchen. Vielleicht damit, dass das vor dem Old Trafford längst errichtete Ferguson-Denkmal neben der Tributbekundung noch eine alternative Funktion hat. Schließlich dürfte es sich obendrein als vorzügliche Tauben-Toilette eignen. Ein gewisser Lord Nelson vom Londoner Trafalgar Square lässt grüßen...