Samstag, 14. Juni 2014

Heaven sent us Louis van Gaal

Bondscoach, so heißt in den Niederlanden bekanntlich der Nationaltrainer. Und im Königreich der Tulpen haben sie bekanntlich schon den einen oder anderen charismatischen Bondscoach erlebt. Jedenfalls, wenn man sich einen Blick in die die kapitale Ahnengalerie um Rinus Michels, Ernst Happel, Dick Advocaat oder Guus Hiddink erlaubt. Doch keiner war so wie ihr amtierender »Tulpen-General«, Louis van Gaal.

Der Anekdotenfundus rund um das »Feierbiest« scheint fast unendlich zu sein. Und dank des denkwürdigen niederländischen WM-Auftaktsieges gegen Weltmeister Spanien ist nicht zuletzt Taktik-Fuchs Louis van Gaal weltweit mal wieder in aller Munde. »Der Libero« daher eine Top Ten von Anekdoten über Louis van Gaal, den künftigen Coach von Manchester United, zusammengestellt. Ganz im Sinne von »Heaven sent us Louis van Gaal«:



1. Wer eine Kurzcharakterisierung von Louis van Gaals Wesen benötigt, dem sei zu Anfang gleich ein Zitat des niederländischen Schriftstellers Leon de Winter ans Herz gelegt, der einst notierte: »Van Gaal ist verrückt«.

2. Ähnliches mag mancher Zeitgenosse bereits angenommen haben, als der weitgereiste van Gaal bereits anno 2008 in Amsterdam seine üppige Biografie der Weltöffentlichkeit vorstellte. Die war nicht nur mit einem furchteinflößenden Wappen versehen. Van Gaal teilte sein Werk dazu in zwei Bände auf und verpasste seiner literarischen Komposition gar den tönenden Titel »Biographie und Visionen«.

3. Mit einem weiteren Visionär des niederländischen Fußballs, Johan Cruyff verbindet Louis van Gaal eine veritable Feindschaft. Deren letzter Höhepunkt war, dass Cruyff eine Tätigkeit Van Gaals beim gemeinsamen Lieblingsklub Ajax per Klage verhinderte. Mal sehen, wie scharf Cruyff trotz des 5:1-Kantersieges gegen Spanien bei der WM aufmunitionieren wird...


4. Ähnliche Wege dürfte wohl ein gewisser Uli Hoeneß beschreiten, sollte Louis van Gaal irgendwann zum deutschen Rekordmeister zurückkehren. Im Zuge eines öffentlich ausgetragenen Scharmützels hatte Van Gaal es einmal gewagt, Hoeneß als übermächtigen »Alleinherrscher“ des FC Bayern zu brandmarken. Daraufhin schrieb Hoeneß, dem Holländer ins Stammbuch, nicht begriffen zu haben, was in seinem Beruf gefragt sei. Nicht ganz überraschend ließ Van Gaals Reaktion nicht lange auf sich warten...

5. Dabei war Van Gaal  bei seiner zweijährigen Stippvisite beim FC Bayern durchaus erfolgreich. Gewann einmal sogar mit sage und schreibe 5:1 bei Borussia Dortmund, was heute unvorstellbar erscheint. Dann holte er 2010 das Double, erreichte mit den Bayern das Champions League-Endspiel und avancierte 2010 obendrein  zum deutschen Trainer des Jahres. Vor seiner Amtsübernahme kommentierte Goal.com fast prophetisch: 

»Louis van Gaal wäre der perfekte Bayern-Trainer. Hochnäsig genug, um in der Münchener Schickeria zu überleben, international schwer erfolgreich, spricht Deutsch und hat eine so große Klappe, dass die Presse auf Knien darum bitten wird, von ihm erniedrigt zu werden. Genau der richtige Diktator – Entschuldigung, Dompteur, der wieder Ordnung in diesen Zirkus Bayern bringen könnte und jemand, der keinen Respekt vor Stars hat, sondern diese schuften lässt. Ein Ottmar Hitzfeld, nur mit Peitsche statt Zuckerbrot.«

6. Neben den Bayern war Louis van Gaal als Klubtrainer für Ajax Amsterdam, AZ Alkmaar und den FC Barcelona verantwortlich und führte jeden dieser Klubs wie die Bayern mindestens einmal zu Meisterehren. Wie sagte Van Gaal einmal, ganz ohne einen Anflug falscher Bescheidenheit: »Ich war überall der Cäsar.«

7. Besonders erfolgreich wirkte er nicht etwa bei Barca, wo er bis zu neun Landsmänner um sich scharte. Sondern bei Ajax Amsterdam, wo er nicht nur mehrere Meisterschaften und Pokalsiege gewann, sondern zudem den UEFA-Pokal, die Champions League und den Weltpokal. Ein kleines zeitgeschichtliches Dokument aus den frühen 90ern, in dem Van Gaal seine juvenilen Ajacieden beim Pausentee auf die 2. Halbzeit eines Europapokalgastspiels bei Rot-Weiß Erfurt einstimmt, sei nachfolgend empfohlen.



8. Van Gaals Erfolgsrezept und Vermächtnis war stets, weithin namenslose Talente zu internationalen Stars zu schmieden. Als Beispiele seien hier Dennis Bergkamp, Marc Overmars, Edgar Davids, Clarence Seedorf, Patrick Kluivert oder ein gewisser Thomas Müller genannt. Weniger Amusement verspürten unter dem gestrengen »Tulpen-General« zumeist in die Jahre gekommene Altstars oder ein gewisser Mario Gomez...

9. Eher durchschnittlich verlief unterdessen Louis van Gaal eigene Kickerkarriere. Als Ajax etwa zwischen 1971 und 1973 dreimal hintereinander den Landesmeisterpokal errang, verbrachte Van Gaal in jenem sagenhaften Ajax-Kader um Superstar Johan Cruyff nur ein Mauerblümchendasein als Reservist. Seine Blütezeit verlebte Louis van Gaal dagegen als offensiver Mittelfeldspieler beim Traditionsklübchen Sparta Rotterdam im Mittelmaß der Ehrendivision. Van Gaal selbst bestritt nie ein Länderspiel in Oranje.

10. Als Bondscoach hatte Van Gaal im Übrigen bis zur Qualifikation zur WM do Brasil noch eine Rechnung offen, nachdem die Elftal während seiner ersten Amtszeit die WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea verpasste. Ob Van Gaal wohl jenen Gassenhauer kennt, der daraufhin über den WM-Sommer 2002 hinweg im östlichen Nachbarland erschallte?


 

Donnerstag, 12. Juni 2014

Sag niemals nie

Was macht eigentlich, Gareth Bale? Heute beginnt die WM-Endrunde in Brasilien. Nur, wird der mit einer Ablösesumme von 100 Millionen Euro wohl teuerste Kicker der Welt auf den Rasenrechtecken Brasiliens nicht zu sehen sein - weder dribbelnd, scharf schießend oder gar königlich jubelnd wie nach dem Champions League-Triumph mit Real Madrid.


Der »königliche Flügelflitzer« reiht sich damit bisher in einen erlauchten Kreis von Weltklassekickern ein, denen es niemals im Laufe ihrer Spielerkarrieren gelang, an einer WM-Endrunde teilzunehmen. Da wäre etwa allen voran Alfredo Di Stéfano, George Best, George Best oder auch Jari Litmanen und Eidur Smari Gudjohnsen.

 
Bekanntlich stürmt Bale, der wegen seiner englischen Granny auch für Englands Nationalteam hätte auflaufen können, seitdem er 16 Jahre und 315 Tage alt ist für Wales. Für jenen kleinen wie eigenwilligen Landesteil im Westen Großbritanniens, der trotz seines Stars von Real Madrid als Vorletzter seiner WM-Qual-Gruppe sang- und klanglos das Nachsehen gegen Kroatien und Belgien hatte. Damit gelang es den  Walisern immerhin seit der WM 1958 in Schweden nicht mehr, ein Ticket für eine WM-Endrunde zu lösen. Anscheinend fällt es Wales so schwer, sich für einen World Cup zu qualifizieren - so wie die meisten radebrechen, um diesen einen auf der walisischen Insel Anglesey gelegenen 3.000 Seelen-Ort  bei seinem unheimlichen Namen zu nennen: Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch.

Nicht bei einem World Cup aufzulaufen, betraf neben Bale übrigens schon frühere Generationen vorzüglicher walisischer Fußballer. Zum Beispiel jene Garde, die Ende der 80er und zu Beginn der 90er selbst der deutschen Nationalelf  mit ihrem rustikalen Stil das Fürchten lehrte. Wie sie alle hießen? Ian Rush, Mark Hughes, Dean Saunders oder Torwart-Hüne Neville Southall, Nicht zu vergessen: Gary Speed oder gar Bales Idol Ryan Giggs, der es ebenfalls nie zu einem World Cup schaffte.

Mit nicht mehr ganz juvenilen 25 Jahren hat Bale zwar noch etwas Zeit, seine WM-Teilnahme nachzuholen. So feierte die englische Kicker-Legende Stan Matthews noch mit 35 Jahren seine WM-Premiere bei der ersten WM-Endrunde 1950 in Brasilien. Angesichts der international eher zweitklassigen walisischen Auswahl mit vielen Kickern aus zumeist unterklassigen englischen Profiligen dürften WM-Auftritte Bales 2018 in Russland oder 2022 in Katar für ihn auch wohl eher ein toller Traum bleiben. Wer weiß, vielleicht spendet der Titel eines alten James-Bond-Streifens ja etwas Hoffnung: Sag niemals nie...

Montag, 9. Juni 2014

WM-Blogstöckchen do Brasil

Trommelwirbel für die WM in Brasilien. Die Arenen sind quasi fertig. Pelé winkt allerorten, Jogi und seine Jungs sind in ihrem Urwald-Camp angekommen, während Sepp Blatter sich angeblich an der Copacabana schon den ersten Sonnenbrand geholt hat. Dazu wirft das WM-Eröffnungsspiel am Donnerstag zwischen Brasilien und Kroatien seine Schatten voraus.
 
WM hier, WM da, WM überall. Freunde, ich meine, die Zeit ist reif für ein WM-Blogstöckchen do Brasil, das ich hiermit auf seine Reise schicke! Und so funktioniert es: Fragen (und Aktionslogo) kopieren und im eigenen Blog beantworten. Ob auf Zuwurf oder mit Aufheben des Stöckchens, entscheidet Ihr ganz alleine. Macht mit! Zum Auftakt werfe ich das Stöckchen zu Trainer Baade und in das FCS-Blog 2.0.
 
Foto: der-libero.de

 
Die Fragen:
 
Mein erstes bewusstes WM-Erlebnis war?
 
Es war das Eröffnungsspiel der WM 1990 in Italien. Kamerun schlug im nagelneuen San Siro sensationell den amtierenden Weltmeister Argentinien. Held der unzähmbaren Löwen war aber nicht etwa Roger Milla und ließ an der Eckfahne seine Hüften kreisen. Er hieß François Omam-Biyik, der das Tor des Tages schoss. Diego Maradona machte in seiner besten Szene dieses Eröffnungsspiels riesengroße Augen. Mir erging es mit meinen acht Jahren nicht anders. Diego und ich hatten beide von diesem François Omam-Biyik, jenem Kameruner mit der gelben Nummer sieben, noch nie zuvor etwas gehört.
 
Mit welcher WM-Legende würde ich gern einmal Doppelpass spielen?
 
Definitiv mit dem »Kaiser«, mit Franz Beckenbauer. Doppelpässe so von Libero zu Libero hätten doch was, oder? Da macht es auch nichts, dass mein Außenrist seine besten Zeiten noch nie erlebt hat. Nebenbei könnte mir der »Kaiser« im Vertrauen erklären, wie die Sache mit der WM-Vergabe an Katar tatsächlich gelaufen ist. Also, sozusagen wer da mit wem, wo und wie einfache und doppelte Doppelpässe gespielt hat...
 
Welchem TV-Kommentator werde ich bei der WM gerne zuhören?
 
Allen Unkenrufen zum Trotze Béla Réthy. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Réthys Kommentaren aufgewachsen bin. Oder daran, dass Béla Réthy für mich meist überzeugend wie sachlich auf Ballhöhe kommentiert, die Ereignisse auf dem Rasenrechteck eigentlich ganz gut einordnen kann und ich ihn selten einen armenisch-isländischen Zungenbrecher falsch aussprechen gehört habe. Ich behaupte sogar: Béla Réthy, der Mann der Fußball-Fakten, kann das Gras wachsen hören!
 
Die Iren haben sich für die WM am Zuckerhut leider nicht qualifiziert. Welchem weiteren Land drücke ich neben Jogis Jungs als »Zweitteam« die Daumen?
 
Trotz diverser exotischerer Alternativen fällt meine Wahl auf England. Wer sich so akribisch wie das Fußballmutterland in seiner WM-Vorbereitung mit Winterkleidung und Mützen auf mögliche Hitzeschlachten am Zuckerhut einstellt, dessen Anstrengungen sollen mit wohlwollender Unterstützung gewürdigt werden.
 
Zu Jogis Jungs: Meine beiden Lieblingskicker aus dem deutschen Kader sind?
 
Erstens Per Mertesacker, denn einer wie Merte muss in der deutschen Defensive ja den Überblick behalten, die Ruhe bewahren oder besser gesagt den Ton angeben. Und zweitens Thomas Müller, denn kein anderer deutscher Spieler kann von Krämpfen geschüttelt solch schöne Tore schießen, so unorthodoxe Dinge aus dem Rasenrechteck tun, seine Mitspieler mitreißen und so launig bei der Hymne zwinkern wie das »Bömberchen der Nation«.
 
Wie weit kommen Jogis Jungs?
 
Angeblich sollen Jogis Jungs zwar #bereitwienie sein. Doch mein Bauchgefühl sagt mir, mit dem WM-Titel wird das nichts. Trotz oder wegen Jogi Löw, der falschen Neun oder den klimatischen Bedingungen befürchte ich, dass das Erreichen des Halbfinales das höchste der Gefühle sein wird. Vielleicht mag es sich auch als Trugschluss des Bundestrainers erweisen, in ein physisch wie psychisch herausforderndes Turnier zu gehen, wenn das namhafteste Viertel des Kaders mehr oder weniger angeschlagen ist...
 
(Wenn nicht Jogis Jungs:) Wer wird am 13.07.2014 im Maracanã Weltmeister?
 
Da nicht bei jedem WM-Turnier in Brasilien Uruguay Weltmeister werden kann, halte ich es mit Lothar Matthäus: Weltmeister wird Argentinien. Denn die Gauchos tragen nicht nur das schönste Trikot bei dieser WM, die Albiceleste verfügen über einen erfahrenen wie individuell und taktisch ausgewogenen Kader mit einem gewissen Lionel Messi als sogenanntes Sahnehäubchen. Und welcher handfester Argentinier möchte halt nicht ausgerechnet in Brasilien Weltmeister werden.
 

Mittwoch, 4. Juni 2014

So wie einst in Bradford

Die Angst des Engländers beim Elfmeter ist eine Geschichte für sich.Schließlich zogen die Three Lions in allen drei Elfmeterschießen bei WM-Endrunden wie auch bei drei EM-Shootouts den Kürzeren. Und weil sich Geschichte meist wiederholt, verhält man sich auf der Insel traditionell eher britisch distanziert, was die leidliche Sache mit dem wunden Elfmeterpunkt angeht. Wir reden beim Weltmeister von 1966 halt nicht vom Mutterland des Elfmeterschießens...

Wäre da nicht Englands Youngster Jack Wilshere, der kürzlich mit Arsenal den FA Cup errang und deshalb offenbar nur so vor Selbstbewusstsein strotzt. Wie lässt es sich sonst erklären, dass sich dieser Jack Wilshere neulich gar freiwillig als englischer Elfmeterschütze für die bald beginnende WM in Brasilien anbot. Schließlich, so lässt sich der 22-jährige Mittelfeldkicker zitieren, habe er schon einmal auswärts in Bradford einen Elfmeter verwandelt.

Von Englands Coach Roy Hodgson ist bisher ebenso wenig eine Reaktion überliefert wie von Englands arrivierten Schützen wie Steven Gerrard oder Frank Lampard. Ausschließlich Arsene Wenger bekundete indessen Zweifel an den Elfmeterqualitäten seines kühnen Arsenal-Zöglings. Wer weiß, ob der schlaue Monsieur Wenger sich wohl an jenen für Arsenal überaus trüben Pokalabend im Dezember 2012 erinnert hat, auf den Wilshere eher kryptisch angespielte.


Denn Wilshere traf im Elfmeterschießen jenes Ligapokalviertelfinales bei Bradford City zwar wahrhaftig vom Punkt. Ansonsten blamierten sich die Gunners aber in jenem Schlagabtausch vom Punkt bis auf die Knochen, verschossen gleich drei Elfmeter und strichen daher bei dem damals viertklassigen Traditionsklub sang- und klanglos die Segel. Besonders gute Vorzeichen für das Ansinnen der neuen englischen Elfmeterhoffnung sehen wohl anders aus... 

Sonntag, 1. Juni 2014

Mit Achtung vor der Brechstange

Was macht eigentlich, die Brechstange? Sie wird erstaunlicherweise wieder kultiviert. Denn Dominik Stroh-Engel, der knapp zwei Meter große Torjäger des Zweitligaaufsteigers Darmstadt 98 hat Zeit Online neulich ein lesenswertes Interview gegeben, in welchem der Torschützenkönig der 3. Liga aufhorchen lässt. Stroh-Engel, der es einst auf ganze drei Bundesligaeinsätze für Eintracht Frankfurt brachte, berichtet überaus reflektiert über Darmstadts dramatischen Aufstieg, seine fulminante Trefferquote, die Selbstzweifel eines Stürmers, und preist obendrein die Fertigkeiten eines exzellenten Strafraumspielers.


Nicht zuletzt lässt Stroh-Engel, der aufgrund seiner hünenhaften Statur eher an einen etwas aus der Zeit der gefallenen Sturmtank verkörpert, aufhorchen, als er fernab Löw’scher und Pep’scher Dogmatik anschaulich über den Stürmertypus der falschen Neun sinniert:
 
»Das kann ein guter Plan A sein, mit kleinen Spielern kombiniert man sich durch bis vor das Tor. Aber in vielen Spielen bleibt man kurz vorm Ziel hängen. Dann bleibt von der falschen Neun nichts als Schönspielerei. Davon halte ich nichts. Ich schätze den Sturmlauf und ich achte die Brechstange.« 
 
Schau an, nur selten wurde in letzter Zeit der Brechstange ein derartiger Lorbeerkranz gebunden. Aus diesem Anlass hat Der Libero seine Top 5 typischer Brechstangenkicker herausgekramt, die sich fernab von filigranen Petitessen sicher beliebig erweitern ließe.

1. Dieter Hoeneß verkörpert vermutlich den König dieses Spielertyps. Unvergessen, wie der einstige „Schwabenpfeil“ im 1982er Pokalfinale für den FC Bayern mit blutdurchtränktem Turban den Nürnberger »Glubb«  niederrang. Selbst im 1986er WM-Endspiel gelang es den Mannen von Kaiser Franz, einen 0:2-Rückstand gegen Maradonas Argentinier kurzzeitig aufzuholen, nachdem der Kaiser seine Brechstange aufs Feld geschickt hatte.

2. John Hartson: Verewigt in der Ahnengalerie der brechstangenhafter Strafraumkanten hat sich unlängst der Hüne aus Wales. Als Hartson vor einigen Jahren seine Stiefel an den berühmt-berüchtigen Nagel hing, dürfte so manch britischer Stopper einen leisen Entspannungsseufzer gelassen haben angesichts Hartsons archaischer Abschiedworte: »Es war immer mein Traum, am Wochenende Dampf abzulassen und Verteidiger zu terrorisieren.«
 
3. Daniel van Buyten: Nicht fehlen darf der robuste 36-jährige Innenverteidiger des FC Bayern, den vor allem Jupp Heynckes bei den rar gesäten Rückständen wie im Champions League-Finale dahoam versus Chelsea in gegnerische Strafräume schickte und wo der belgische Catcher-Sohn allein durch seine kolossartige Statur sein Unwesen trieb. Wer weiß, welch Unruhe van Buyten bei der baldigen WM in Brasilien als Anführer und personifizierte Brechstange der juvenilen belgischen Equipe in fremden Sechzehnern stiften wird.
 
4. Horst Hrubesch. Sicher, was wäre eine Brechstangen-Liste ohne das einstige „Kopfball-Ungeheuer“ des HSV, der Deutschland anno 1980 per Doppelpack zum Europameister machte. Denn mehr blonde Brechstange als mit Hrubesch geht wirklich nicht. So mancher wird zuletzt in dem bulligen Pierre-Michel Lasogga endlich einen Erben von Hrubeschs Format im Zentrum des lange darbenden HSV-Angriffs gesehen haben. Doch Hertha-Leihgabe Lasogga scheint beim HSV schon bald auf und davon zu sein…
 
5. Oliver Bierhoff. Ihren Abschluss soll diese kleine Liste mit dem Manager der Nationalelf finden. Gern erinnern wir uns daran, wie der von der Bundesliga verschmähte und von Rudi Völler einst als „Malta-Fuß“ gebrandmarkte Bierhoff, mit seinem ewigen Golden Goal Deutschland zum EM-Titel 1996 schoss. Selbstverständlich, wie es sich für eine Brechstange gehört, zuvor von Bundestrainer (und seinem Mentor) Berti Vogts eingewechselt. Genau dann, als auf Wembleys heiligem Rasen in jenem EM-Finale gegen Tschechien nicht mehr viel ging…

Donnerstag, 29. Mai 2014

Im winkenden Solo

Von dem Twitter'schem Hashtag #ThrowbackThursday habt Ihr bestimmt schon gehört. Da heute zufällig Donnerstag ist, will Der Libero - ganz seinem nostalgischen Ich folgend - endich einmal wieder olle Kamellen aufwärmen. Es geht um Cosmos New York, jenen einstigen Glamourklub der nordamerikanischen Operettenliga NASL, bei dem sich Ende der wilden 70er Pelé und Kaiser Franz ihre Doppelpässe angeblich stets per Außenrist zugespielt haben sollen.

Daher gebührt dem eifrigen Social-Media-Praktikanten von Cosmos aufrichtiger Dank. Hat er doch aus eingangs beschriebenem Anlass längst ein stylisches Bild des großen und gerade rüde umgegrätschten Pelé aus dem Cosmos-Fotoarchiv gekramt, es fleißig gescannt und dann rasch in den Twitter-Äther geschickt.
Wie löblich, dass sich hiermit nun gleich eine Handvoll Erinnerungen aufwärmen lassen. Jene an Cosmos New York, an gnadenlose Grätschen, an die NASL und an die wilden 70er. Nicht zuletzt an die Spielkünste Pelés, der uns in Bälde bei der WM do Brasil wohl täglich begegnen wird. Nicht mehr mit raffinierten Dribblings, eher im winkenden Solo, wenn gefühlt alle Kameraobjektive auf Brasiliens Fußball-Idol gerichtet sein werden.

Von Pelés kruden Werbespots soll nun nicht die Rede sein. Angesichts des medial oft verklärten Blicks auf die winkende Legende do Brasil vielleicht eher davon, wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe ab Seite 96 die gewachsene traurige Wahrnehmung Pelés treffend wie eine Grätsche in den wilden 70ern auf den Punkt bringt:"Pelé ist die größte Legende des Fußballs.In seiner Heimat wird der einstige Wunderstürmer aber kaum mehr ernst genommen. Er redet zu oft Politikern nach dem Mund und ist sich auch für keine Werbekampagne zu schade."

Sonntag, 18. Mai 2014

Unsinkbar wie die Titanic?

Ich gebe zu: selten wirken Relegationspartien auf mich anziehender als das Pokalendspiel samt seines Brimboriums. In diesem Jahr ist dies anders, obwohl sich der BVB und die Bayern in Berlin duellieren und das Ganze längst zum deutschen »Clásico« hochgejazzt wurde. Zweifellos liegt dies am HSV, dessen letzter Titelgewinn bereits 27 Jahre her ist und der zur Kompensation sein gefährdetes Etikett »Bundesliga-Dino« längst wie einen Titel führt. Denn beim großen HSV werden nach dem Abpfiff in Fürth nicht unbedingt alle Lichter ausgehen, aber immerhin könnte wegen des drohenden Abstiegs seine Bundesliga-Uhr stehenbleiben.

Nach dem torlosen Relegationshinspiel gegen die forschen Franken tat sie dies zwar bereits. Aber nicht, weil dem Fußball-Gott Blitze schlagend die Geduld mit den Seeler-Erben ausging. Eher, weil das HSV-Stadionmanagement vergaß, eine schnöde Zeitschaltuhr abzuschalten. Nun tickt sie weiter, die Uhr. Dennoch liest man seitdem ausufern darüber, wie anhand der schlimmen Symbolik das böseste aller Omen für den HSV heraufbeschworen wird - der Abstieg.

Das gute Omen wäre demgegenüber auf Seiten der Fürther zu Hause. Denn rund um den Ronhof wäre da - augenzwinkernd gesagt - noch die Sache mit der Kleeblattkultur. Laut Wikipedia hat man in Fürth jenes Kleeblatt in nahezu allen Wappenvariationen der Klubhistorie untergebracht.  So wie es in der weiten Welt des Fußballs in den Emblemen von Rot-Weiß Oberhausen, den Shamrock Rovers und Celtic Glasgow zu finden ist. Und folgt man der Symbolik dieser Kleeblattkultur, müsste Fürth nur so vom Glück gesegnet sein.

Liest man dieser Tage die forschen Kommentare von Fürths Trainer Kramer hört sich dies jedenfalls schon einmal so an. Kramer will heute Abend mit einem Heimsieg, wie er auf den Busch klopfend sagt, »den Deckel draufmachen« auf den Bundesligaaufstieg. Führt Fürth recht rasch könnte sich beim HSV sicher eine Art Abstiegspanik breit machen. Doch irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, dass es dem HSV trotz des sagenhaften Slomka'schen Auswärtsfluchs, der Fürther Kleeblattkultur, des bösen Uhren-Omens undsoweiter gelingen wird, sich mit einem knappen 1:1-Remis am Bundesliga-Strohhalm festzuhalten.

Ist es etwa ein Zeichen, dass Slomka - aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt - tatsächlich Strohhalm, heißt? Und wer weiß, ob diesem Diekmeier in Fürth einmal eine dieser berühmt-berüchtigten Bananenflanken der Kaltz'schen Art gelingt, die dieser Lasogga in rabiater Hrubesch-Manier unter den Fürther Torbalken wuchtet.  Das ist schon alles überaus spannend. Oder ist der bisher unabsteigbare HSV am Ende doch so unsinkbar wie einst die Titanic?

Freitag, 16. Mai 2014

#GunningForTheCup

Wembley Calling! Am Samstag steigt im Wembley-Stadion das Endspiel des seit 1871 im Fußball-Mutterland ausgetragenen FA Cups. Die Rollen sind dort klar verteilt: Hull City ist der Underdog, der FC Arsenal samt seines deutschen Quartetts um Mertesacker, Özil, Podolski und Gnabry der Favorit.  In der langen Historie des ältesten Pokalwettbewerbs der Welt ist Arsenal mit stolzen zehn Pokaltriumphen bei bisher 17 Endspielteilnahmen der zweiterfolgreichste Klub nach Manchester United. Die Medaille von Arsenals letztem FA Cup-Sieg anno 2005 gilt allerdings in der Pokalvitrine der Gunners als etwas angestaubt.
 
Denn seitdem konnten Arsenal und sein ewiger Coach Arsène Wenger keinen Titel mehr in den Londoner Norden holen. Um die gute alte Zeit seiner angestaubten Pokaltriumphe vor dem Endspiel gegen Hull wieder etwas aufleben zu lassen, ließ sich der Klub nun auf seinem Twitter-Kanal etwas Besonderes einfallen. Das Motto bzw. der Hashtag? #GunningForTheCup

Schier täglich werden dort titelhungrige Fans wie Follower mit fein aufbereiteten  historischen Häppchen von Arsenals vielen erfolgreichen FA Cup-Auftritten versorgt, inklusive Jubelfotos, einem Quiz und mehr oder minder subtiler Huldigung an Klub-Ikone Ray Parlour („It’s only one Ray Parlour“), auf der Insel weithin auch als „Pele of Romford“ bekannt. So wird etwa die Erinnerung an Arsenals ersten Pokalsieg 1930 gegen Huddersfield Town hochgehalten oder an den Endspielklassiker von 1979. Der ging als „Five-Minute-Final“ in die  FA Cup-Geschichte ein, bei dem Manchester United Arsenals 2:0-Führung dank später Tore in der 86. und 88 Minute ausglich, ehe die Gunners durch Alan Sunderlands Siegtreffer in Minute 89 das Blatt doch noch zu ihren Gunsten wendeten. Well, was ist schon das Drama des 1999er Champions League-Endspiels von Barcelona dagegen?
 
Erhabene Erwähnung findet auf Arsenals Twitter-Kanal ebenfalls Arsenals 2002er FA Cup-Sieg, als Arsenal  gegen Chelsea triumphierte. Wie schön für Arsenals Follower, dass auch jener Tweet mit der Frage „Were you there?“ (Waren Sie dabei?) garniert war.
Denn jene Frage zog ruckzuck die schreiend komische Replik von Chelseas damaligem Linksverteidiger Graeme Le Saux nach sich. Le Saux zwitscherte in etwa bitter-süß davon, dass er selbstverständlich dabei gewesen sei und am Ende auf dem Rasen liegend vor lauter Schock seinen Kopf in seinen Händen vergraben habe. Indeed, lang ist es her...
 
Für Arsenals morgigen Finalgegner Hull City ist indessen allein schon die erstmalige Finalteilnahme der größte Erfolg seiner FA Cup-Historie. Nur einmal standen „The Tigers“ kurz vor einem Endspieleinzug. Es war 1930. Hull scheiterte in zwei Halbfinalspielen damals, man kann es sich denken, an Arsenal. Es zeichnet sich wohl ein schlechtes Omen ab, dass nun ausgerechnet Arsenal in Wembley die Außenseiter von Hull City erwartet.

Derlei Omen und Orakel werden den „Gunners“ es gleich sein. Per Pokalsieg wäre die Saison gerettet, die schier ewige Wartezeit auf einen Titel beendet und die Pokalvitrine hätte wieder etwas Glanz gewonnen. Ob auf dem Twitter-Kanal oder auch sonst zählt am Samstag im Arsenal-Kosmos wohl nur ausschließlich: #GunningForTheCup…

Montag, 12. Mai 2014

Leiden mit Liverpool

Die Sehnsucht beim ehrwürdigen Liverpool Football Club nach seiner 19. Meisterschaft bleibt weiter unstillbar groß. Schließlich feierte der Klub aus der Beatles-Stadt anno 1990 seinen letzten Meistertitel. Dies ereignete sich vor fast einem Vierteljahrhundert, als Liverpooler Legenden wie John Barnes, Ray Houghton oder Ian Rush meist mit rustikalem Kick & Rush noch den Ton angaben, die Premier League noch nicht gegründet war und die oberste Liga im Fußball-Mutterland wie eh und je noch First Division hieß.

Anders als mancher vielleicht annimmt, gehörte Liverpools Ikone Steve Gerrard nicht zu jener 90er Generation. Aber immerhin gelang es Liverpools Eleven um seinen 34-jährigen Skipper in der gestern abgelaufenen Saison beinahe jene Sehnsucht an der Anfield Road endlich zu stillen, führten die 2014er Reds  über lange Zeit die Premier League an. Ehe Steve Gerrard und Kollegen eine kolossale Heimpleite gegen Chelsea kassierten und kurz darauf eine sichere 3:0-Führung bei Crystal Palace fahrlässig hergaben, die in einem tränenreichen 3:3-Remis endete.

Liverpools abgezocktere Rivale Manchester City machte daher letztlich das Rennen, überholte die Reds und schlug vor den Augen der Gebrüder Gallagher, Citys Edelfans, sowie seiner mehr oder minder edel spendenden Scheichs am gestrigen letzten Spieltag West Ham mit 2:0. Da nutzte Liverpools sein finaler 2:1-Heimsieg gegen Newcastle auch nicht mehr viel. ManCity triumphierte und errang die vierte Meisterschaft seiner 134-jährigen Historie. Das naheliegende Wortspiel »fabulous four« spart man sich rund um Anfield dieser Tage wohl besser. Lange waren die Reds nicht mehr so nah dran an ihrer number nineteen. Leiden mit Liverpool scheint angesagt - trotz deren direkter Qualifikation für die Champions League.

Noch angesagter könnte allerdings etwas Tröstendes für all jene sein, die im Herzen Reds sind. Hiermit soll nicht das obligatorische »You'll never walk alone« gemeint sein, das an der Anfield Road ohnehin geschmettert wird und ansonsten von Meppen bis Melbourne aus Stadionboxen röhrt. Mangels musikalischer Preziosen der Liverpooler Lokalmatadoren, den Beatles, in Bezug auf Englands einstigen Rekordmeister, könnte aber ein Klassiker der Rolling Stones aus dem Jahr 1973 passen, der da heißt: »You can't always get what you want«.



Welch ein Zufall, dass  Liverpool ausgerechnet in jenem Sommer 1973 seine achte Meisterschaft im Fußball-Mutterland feierte. Im Übrigen zehn stolze Ränge vor Manchester City, bei dem jene spendablen Scheichs nicht einmal eine, sagen wir, Fata Morgana waren...

Freitag, 9. Mai 2014

Kämpfen wie Keegan

Der HSV und die Bundesliga. Das ist zweifellos eine lange Geschichte, deren traurig-tragisches Ende sich dieser Tage abzuzeichnen droht. Da hierzu derweil genügend Beiträge durch den Blätterwald rauschen, soll es folgend um einen besonders klingenden Namen aus der HSV-Historie gehen, dessen Autogrammkarte mir nun überraschend in die Hände fiel.


36 Jahre, die man ihr auch ihr durchaus ansieht, ist die Karte alt. Kevin Keegan war just zu Europas Fußballer des Jahres 1978 avanciert. Auf der Rückseite jener Keegan'schen Karte, deren Druck die vertreibende Firma von »Deutschlands meistgekauftem Dextrose-Komprimat« beauftragt hat, werden übrigens Keegans Fähigkeiten im Werbesprech der wilden 70er aufgezählt. So wird Mr. Keegan im Anklang an die damaligen Stars etwa gehuldigt:
»Er ist unermüdlich wie Uwe Seeler, torbegabt wie Gerd Müller und beliebt wie ein Volksheld. 90 Minuten lang rennt er, kämpft er, schießt er mit nimmermüder Energie [...]«
Früher war sicher nicht alles besser. Aber manche Dinge ändern sich halt nie. Wie zum Beispiel - allen taktischen Ausrichtungen der Happel'schen oder Pep'schen Prägung zum Trotze - die skizzierten zeitlosen fightenden Fertigkeiten für die Protagonisten der Rasenrechtecke dieser Welt. Dem guten, alten HSV ist zu wünschen, dass Van der Vaart, Westermann und die weiteren 2014er Rothosen am Samstag in Mainz ebenfalls kämpfen wie einst Keegan.

Denn - Hand aufs Herz - eine Bundesliga ganz ohne seinen Dino sprengt doch ehrlich gesagt meine Vorstellungskraft.  Und Uns Uwe möchte ich auch nicht unbedingt mit hochrotem Kopf in Mainz bitterlich weinen sehen. Dazu will ich als Werder-Daumendrücker, nun mit mächtig Augenzwinkern gesagt und hanseatisch-kühl kalkuliert, selbstredend auch nicht auf jene wichtigen sechs Punkte verzichten, die für Werder zuletzt gegen den HSV pro Saison garantiert drin waren...

Samstag, 3. Mai 2014

The biggest mistake

Ein Kapitel in der langen Klubhistorie des altehrwürdigen Fulham Football Club trägt die etwas heroische Überschrift The Great Escape. Dies klingt etwas nach Blur, gemeint ist damit aber, wie Londons ältester Fußballklubs anno 2008 in allerletzter Minute den Klassenerhalt im englischen Fußball-Oberhaus bewerkstelligt hat. Der Vater des damaligen Erfolgs?

Der heutige englische Nationalcoach Roy Hodgson, der ebenso an der Seitenlinie stand, als Fulham fast auf den Tag genau vor vier Jahren im Europa League-Endspiel stand. Die Cottagers duellierten sich seinerzeit mit Atletico Madrid und mussten sich Atletico an jenem 12. Mai 2010 nach einem Doppelpack des großen Diego Forlán mit 1:2 in Hamburg geschlagen geben.

Wie sich die Wege der beiden Klubs doch seither getrennt haben. Real kämpft um die spanische Meisterschaft und duelliert sich bald mit Real im glitzernden Finale der Champions League. Währenddessen wird sich good olf Fulham in der nächsten Saison in der Championship, wie Englands zweite Liga heißt, gegen Millwall oder Middlesbrough pflügen. Denn nach einer 1-4-Klatsche bei Stoke City stieg Fulham heute Nachmittag aus der Premier League ab. Für Fulham ist es der erste Abstieg seit 13 Jahren, da kullern zweifellos Tränen.

Für Felix Magath, der Fulham nach seiner ungewöhnlichen Amtsübernahme im Februar zum ersehnten Klassenerhalt treiben sollte, ist es der erste Abstieg seiner Trainerlaufbahn. Indeed, der einstige "Feuerwehrmann" hat schließlich einen Ruf zu verlieren und bezeichnete diesen unglückseligen Samstag des 3. Mai 2014 bezeichnenderweise als einen der schlimmsten Tage seiner Karriere. Kein Wunder, wenn anscheinend nicht einmal Magaths Medizinbälle mehr helfen, ganz zu schweigen von Magaths Brille in Fulhams Vereinsfarben - mit weißen Bügeln und schwarzem Gestell - , die Magath in Stoke-upon-Trent trug.

Doch Magath wäre nicht Magath hätte er staunenden BBC-Feldreportern nicht bereits direkt nach dem abstiegsbringenden Abpfiff im Tunnel des Britannia Stadiums Überraschendes ins Mikrofon genäselt. Zum Beispiel, wie Fulham die Büchse der Pandora, schon vor Magaths Amtszeit, mit einer in gewisser Hinsicht erschreckenden britischen Zurückhaltung geöffnet hat...

Sonntag, 3. November 2013

Lord Nelson lässt grüßen

Die Rente von Sir Alex Ferguson, der nach 27 Jahren auf Manchester Uniteds Trainerbank nur noch als Vorstandsberater des englischen Rekordmeisters fungiert, gleicht zunehmend einer Art Unruhestand. Eine Ehrung folgt gefühlt der nächsten. So trägt etwa die bisherige Waters Roach in der Nähe von Old Trafford nun den Namen des 71-jährigen Schotten. Unruhig könnte Fergie aber auch wegen seines Erbes werden, nachdem er sein Trainerzepter im Sommer an seinen von ihm vorgeschlagenen schottischen Landsmann David Moyes abgegeben hatte.

Denn ManUnited um Altstar Ryan Giggs und Wayne Rooney versinkt unter Moyes nach schwachem Saisonstart als Achter im Mittelmaß der Premier League. David Moyes benötigte ob der unruhigen Umbruchphase, inklusive Pleiten gegen die Erzrivalen Liverpool oder Manchester City und West Bromwich, nun gar den öffentlichen Zuspruch Fergusons. ManUnited sei der einzige Klub, der aufgrund seiner Geschichte in der Lage sei, wieder zurückzukommen und noch die Meisterschaft zu gewinnen.  »Fergie« weiß halt wie es geht und legte einst nach seiner Amtsübernahme in Old Trafford im November 1986 selbst nicht den besten Start hin.

Ferguson himself sorgte mit seiner Autobiografie zuletzt ebenfalls für Unruhe. Besser gesagt ließ »Sir Alex gnadenlos« (Spiegel Online) mit seinen Erinnerungen im Whirlpool der United-Legends einen ausgewachsenen Tsunami aufbranden. »Der Sir kann auch schmutzig«, kommentierte die Süddeutsche. Denn der nachtretende Schotte geizte nicht mit Attacken gegen seine einstigen Stars und besonders David Beckham (»David Beckham glaubte, er sei größer als Alex Ferguson. Das war seine Totenglocke«), Wayne Rooney (»Nicht der Hellste«) und Roy Keane aufs Korn. Dem Iren, der als gefürchteter United-Skipper weiland Fergusons verlängerter Arm auf dem Rasen war, unterstellt Ferguson gar »die schlimmste Ausdrucksweise, die man sich vorstellen kann«.

Derlei Lästereien riefen selbst Keanes Mutter Marie auf den Plan, die diese gegenüber der Irish Sun empört als »böse« brandmarkte. Roy Keane hatte da bereits mit einer kernigen Grätsche gekontert, indem er seinem Ex-Coach mangelnde Loyalität vorwarf und ihn als »Heuchler« abkanzelte. Umso pikanter wirkt dieses Scharmützel, da Keane vor langer Zeit als Fergusons Nachfolgekandidat galt und der Schotte bei Keanes Abschiedsspiel anno 2006 gerührt gesäuselt hatte, dass Keane der beste Spieler bei United gewesen wäre, den er je hätte trainieren dürfen.

Doch Keane wird aus eigener Erfahrung wissen, dass sich eine mit derlei Salven befeuerte Autobiografie ziemlich gut verkauft. Er muss sich wie die anderen von »Fergie« gescholtenen United-Legenden auf eine gewisse Weise Trost suchen. Vielleicht damit, dass das vor dem Old Trafford längst errichtete Ferguson-Denkmal neben der Tributbekundung noch eine alternative Funktion hat. Schließlich dürfte es sich obendrein als vorzügliche Tauben-Toilette eignen. Ein gewisser Lord Nelson vom Londoner Trafalgar Square lässt grüßen...
 

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Maradona

Was macht eigentlich, Diego Maradona? Na? Maradona feiert heute seinen 53. Geburtstag. Olé! Ansonsten sitzt Maradona zurzeit auf keiner Trainerbank und dürfte müßig gehend im dichten Rauch einer im Mundwinkel sitzenden Havanna seinen eigenen Mythos pflegen. Das taten neulich bei einem PR-Termin in Mailand auch diverse Tifosi, die ihm mit euphorischen Diego-Rufen huldigten. Derlei toller Tribut lief dem kleinen Diego offenkundig wie Öl den breiten Rücken hinunter. Die Süddeutsche kommentierte, er sei empfangen worden wie der »Stolz der Nation« und sah obendrein »den italienischen Nord-Süd-Konflikt für einen Augenblick überwunden«. Neapels einstiger König  war übrigens nur nach Mailand gereist, um in den heiligen Hallen der Gazzetta dello Sport eine DVD-Reihe über seine Karriere zu präsentieren.

Doch wie wir alle wissen, umfasst die sagenumwobene Heldengeschichte der argentinischen Fußball-Ikone nicht nur völkerverbindende Kapitel. Etwa eingedenk der Reliquie, die sich »Hand of God goal«  nennt. Mexiko-City, wir schreiben den 22. Juni 1986. England mühte sich bei dieser brütend heißen WM bis ins Viertelfinale, wo im Aztekenstadion das auf der Insel »heißgeliebte« Argentinien wartete. Wir zappen in die 51. Spielminute: Maradona und Valdanos Doppelpass missglückt, der Engländer Hodge befördert den Ball hilflos in die Luft, der in den englischen Strafraum fällt. Dann nimmt das Drama seinen Lauf: Die rechte Faust Maradonas berührt den Ball schneller als die linke des englischen Keepers Peter Shilton, woraufhin der Ball zum vorentscheidenden 1:0 für den späteren Weltmeister hinter die englische Linie trudelt.


Welch Filou, dieser Diego, der damals nach dem 2:1-Sieg mit großen, unschuldigen Augen Schultern zuckend beichtete: »Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf.« Sicher, das haben wir alle schon oft gelesen. Weniger oft indessen Maradonas Canossagang in Richtung des Fußball-Mutterlandes, den die The Sun knapp 22 Jahre später abdruckte. Wenn er eine Zeitreise machen und die Geschichte umschreiben könne, dann würde er es tun, säuselte Maradona und fuhr gewohnt markig fort: »Aber ich kann es nicht. Das Tor ist immer noch ein Tor. Wir wurden Weltmeister, und ich war der beste Spieler der Welt.« 

Gewiss, der beste Spieler der Welt war Maradona damals tatsächlich. Wir wollen nicht unterschlagen, wie er sich dank seines sagenhaften zweiten Treffers in demselben Spiel in die rührige Riege diverser »Jahrhunderttorschützen« bugsierte, indem er zuvor ein halbes Dutzend englischen Verteidiger zu ausgetanzten Statisten seines »Jahrhundertsolos« degradiert hatte.


Gleichwohl, die Gretchenfrage folgt noch und gehört zu Maradona wie weiland seine Numero Zehn. Jene Frage, ob er der Beste aller Zeiten ist. Tja, gibt es hierauf überhaupt eine Antwort? Vielleicht für manche, die sich dieser Antwort mit einem Augenzwinkern nähern. Maradona dürfte von ihr, im Sound des Fußball-Mutterlandes gesagt, not amused sein. Sie lautet: Maradona good, Pelé better, George Best...

Montag, 28. Oktober 2013

Highlight of the Highland Derby

Willkommen in der Welt der Derbys, von denen am vergangenen Fußballwochenende so einige über die Bühne gingen. Der BVB triumphierte etwa im Revierderby auf Schalke. Im Londoner Derby behielt Arsenal bei Crystal Palace die Oberhand. Ganz zu schweigen von Barca, das im Clásico Real Madrid besiegte. Als Ouvertüre für dieses Derby-Wochenendes diente gleichwohl am Freitagabend das Duell zwischen Ross County und Inverness Caledonian Thistle, welches Highland Derby genannt wird und nicht mit den Highland Games zu verwechseln ist, bei denen robuste rothaarige Recken Kilts tragen und Baumstämme um die Wette werfen. Offenbar lässt sich Schottlands Fußball doch nicht allein auf Glasgows Old Firm reduzieren. Humorige Schotten nennen das Derby aus den Highlands laut englischer Wikipedia gar The Cold Firm.

Inverness Caledonian Thistle aus der Hauptstadt der Highlands ist der größere Klub und wird von dem einstigen englischen Stopper Terry Butcher trainiert. Butcher wurde weiland einmal dadurch berühmt, wie er trotz blutdurchtränktem Turban in einem englischen WM-Qualikick in Schweden per Kopf eine Flanke nach der anderen aus dem Strafraum. Es versteht sich von selbst, dass Butchers Boys einen robusten Spielstil bevorzugen, obwohl ihr blau-rot gestreifte Trikot eher an den FC Barcelona erinnert. Im Frühling 2013 verpasste Inverness übrigens nur knapp den erstmaligen Einzug in die Euro League. Umso schlimmer, dass hierzu eine 0:1-Pleite gegen Ross County, dem Klübchen aus der etwa 20 Kilometer entfernten »Provinz«, beitrug.

Denn Ross County ist in dem 5.000 Einwohner kleinen Städtchen Dingwall beheimatet. Erst seit 2012 kickt das »Hoffenheim Schottlands«, wie Die WELT einmal Ross County etikettierte, in der höchsten schottischen Spielklasse und verfügt nicht nur über einen prätentiösen Hirschkopf im Klubwappen, sondern mit Öl-Tycoon Roy McGregor ebenso über einen finanzstarken Gönner, der als Chairman Ross Countys größtes Geweih trägt. Seit der Gründung anno 1929 residiert Ross County im Victoria Park, der seit besagtem Aufstieg »Global Energy Stadium« heißt und mit 6.700 Plätzen erstaunlicherweise mehr Kapazität als Dingwall Einwohner vorzuweisen hat.

Von dem Highland-Derby jenes letzten Freitagabends im Oktober 2013, wird im Übrigen nur ein Highlight in die Annalen eingehen. Und »elektrisieren«, wovon man in Derby-Kontexten so gern fabuliert, dient hier durchaus als gutes Stichwort. Denn während die Kicker nach torloser erster Halbzeit ihren Pausentee in den Kabinen genossen, geschah Folgendes. Die Lampen von drei der vier zuvor hell leuchtenden Flutlichtmasten verdunkelten sich plötzlich, flackerten kurz wieder auf, um letztlich für den Rest des Abends (Clip ab Min. 2:55) schwarz zu bleiben. Das Highland Derby wurde abgebrochen. Indeed, das ist bisher in der Historie jenes Derbys buchstäblich die düsterste Episode, die sich dann wie ein Leuchtfeuer medial um die Welt ausbreitete.


Dabei sind die Lichter bei Ross County, als die kleine Arena dort ironischerweise noch nicht »Global Energy Stadium« hieß, nie ausgegangen. Selbst, so besagt es die Legende, als sich Anfang der 90er Jahre Mäzen McGregor ausschließlich im Öl-Business Aberdeens und der damals fünftklassige Ross County Football Club noch in der nebulösen wie nebligen Highland Football League gegen die Brora Rangers oder Clachnacuddin verdingte...

 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Besser als van Basten?

Als größte Perle des Fulham Football Clubs gilt bei vielen wohl dessen altehrwürdiges Stadion. Jenes Schmuckkästchen namens Craven Cottage liegt geradezu malerisch am Ufer der Themse inmitten von viktorianischen Häuserzeilen. Dort im pittoresken Craven Cottage gaben bereits viele prominente Kicker wie Jari Litmanen, Bobby Moore oder auch George Best im anklingenden Herbst ihrer klangvollen Karrieren ihre Visitenkarte ab. Diese Zeiten haben sich beim Fulham FC übrigens nicht geändert. In Fulhams aktuellem Kader tummeln sich noch immer etliche Altstars, die ihre besten Jahren zwar schon etwas hinter sich haben, aber nun jene schwarz-weiße Kluft von Londons ältestem Fußballverein tragen.

Da wären der ewige irische Dribbler Damien Duff, der norwegische Rekordinternationale John Arne Riise, Bayer Leverkusens früherer bulgarische Bomber Dimitar Berbatow, der via Tottenham und Manchester United den Weg nach Fulham fand, oder auch der altvordere Grieche Karagounis. Inmitten von Fulhams „Oldtimern“, die der einstige HSV-Coach Martin Jol trainiert und die wie so oft irgendwo im Universum des Premier League-Mittelmaßes umherkreisen, sind ebenso verheißungsvolle Novizen zu finden. So wie der aus Mazedonien stammende Schweizer Pajtim Kasami, der wahrhaftig einen Goldenen Oktober verlebt. Denn nach der gelungenen Qualifikation der Schweiz für die WM do Brasil ließ ihn Ottmar Hitzfeld wenige Tage später im eidgenössichen Dress gegen Slowenien debütieren.

Doch jener 21-jährige Kasami kam auch am Montag gar aus dem Jubilieren nicht mehr heraus. Fulham gastierte beim Londoner Nachbarn Crystal Palace, rang diesen mit 4:1 nieder, wobei Kasami wohl jeden der 24.881 Zuschauer im Selhurst Park mit seinem fulminanten Volleyknaller zum zwischenzeitlichen Ausgleich verzückte. Eingedenk von Kasamis Coach Martin Jol, der ganz Niederländer direkt dem Wundertor von Marco van Basten im EM-Endspiel '88 gegen die UDSSR gedachte. Es war der wichtige Führungstreffer, mit dem Marco van Basten den Weg für Oranje zum legendären EM-Titel von München ebnete.



Allerdings schwelgte Jol nicht nur, Kasamis »Wahnsinnskiste« (Blick.ch) stufte Jol später gar noch höher als das Jahrhundertor van Bastens, der wie Kasami aus spitzem Winkel volley in den Winkel traf, ein: »Ein Vergleich mit Marco van Bastens Traumtor 1988 ist schwierig. Aber: Der Treffer von Pajtim war noch besser«. Also, kick it like Kasami!

Seither geht der Clip von Kasamis »Wahnsinnskiste« um die Welt. Ob da selbst Fulhams Edelfan Hugh Grant vergnügt in die Hände geklatscht hat? Auch wenn ihm ein Montagabendkick bei Crystal Palace kein Besuch wert gewesen sein dürfte. Seht selbst! Was sagt Ihr?


Für mich bleibt Marco van Bastens »legendäre Bogenlampe« (Spiegel Online) nach wie vor magischer. Vielleicht, weil es sich um eine Momentaufnahme aus einem EM-Endspiel handelt, die noch immer eine fast mystische Wirkung versprüht. Vielleicht, weil damit ein Montagskick im Selhurst Park doch nicht ganz mithalten kann. Vielleicht aber auch, weil ich ein wenig nostalgisch bin...

Sonntag, 20. Oktober 2013

Über Jogi Löw und seine »Spielwiese im Paradies«

Schau an: der DFB hat den Vertrag von Joachim, Jogi, Löw und seines Trainerteams bis 2016 verlängert. Ausgerechnet »Kaiser« Franz Beckenbauer, unter dessen Regentschaft die Nationalelf 1990 letztmals einen WM-Titel gewann, gratulierte als einer der ersten: »Der DFB und Löw passen zusammen. Auf der einen Seite hast du einen Weltklasse-Verband und auf der anderen Seite einen Weltklasse-Trainer. Ich kann beiden Parteien nur zu der Entscheidung gratulieren.«

Um Sinn und Unsinn dieser Maßnahme in Anbetracht der bevorstehenden WM in Brasilien  oder um »Titelhuberei« [sic] soll es hier nicht gehen, ebenso wenig um eng anliegende hellblaue Pullover, leichte Seidenschals oder Löws prägnanten alemannischen Akzent. Mit högsch'der Sorgfalt ausgesucht, präsentiert »Der Libero« nun zehn Fakten über den aktuellen Bundestrainer:

1. Um zu Beginn etwaigen Irritationen zu begegnen. Jogi Löw kann als Trainer durchaus Titel gewinnen. Immerhin holte er mit dem FC Tirol Innsbruck anno 2002 die österreichische Meisterschaft Österreichs, mit dem VfB Stuttgart, inklusive des Magischen Dreiecks Bobic-Balakov-Elber, errang Löw 1997 gegen Energie Cottbus den DFB-Pokal.

2. Als Spieler in den 70er und 80er Jahren blieben Löw derartige Triumphe versagt. Immerhin berief ihn sein Leib- und Magenklub SC Freiburg 2010 zum Ehrenspielführer. Eine Ehre, die beim SC davor seit 1927 lediglich fünf Spielern zuteil wurde.

3. Ehre, wem Ehre gebührt. Schließlich ist der einstige Stürmer mit 81 Treffern noch immer Rekordtorschütze des SC Freiburg. Alle seine Treffer erzielte Löw übrigens für die Breisgauer in der 2. Bundesliga. Es war eine Zeit, als Volker Finke noch genauso weit vom Trainerjob an der Dreisam entfernt schien wie Löw von seinem Amt als Bundestrainer.

4. Eine klangvolle Karriere als A-Nationalspieler oder gar ein A-Länderspiel blieb Löw verwehrt. Im allerersten Länderspiel des neu gegründeten U 21-Juniorennationalteams 1979 in Polen wurde Löw von Trainer Berti Vogts für Thomas Allofs zur Halbzeit eingewechselt und stürmte damals Seite an Seite mit zwei späteren Weltmeistern von 1990. Richtig, Löw gehörte zur Generation um Pierre Littbarski, Rudi Völler und einem gewissen Lothar Matthäus.

5. Insgesamt heuerte Löw als Spieler (252 Einsätze) zwischen 1978 und 1989 gleich dreimal beim SC Freiburg an. Zwischendurch versuchte sich der heute 53-Jährige mehrmals in der Bundesliga und brachte es dort auf insgesamt 52 Einsätze und sieben Tore. Die faz etikettierte diese Bilanz einmal nüchtern als eine »unauffällige Spielerkarriere«.

6. Seine Stippvisiten in der Bundesliga absolvierte Löw beim VfB Stuttgart, Karlsruher SC und bei Eintracht Frankfurt. Was sämtliche Stationen gemein hatten? Offenbar ganz »Traditionalist« kickte Löw in der Bundesliga ausschließlich bei Gründungsmitgliedern und kam anders als in Freiburg nirgendwo über eine Joker-Rolle hinaus.

7. Als Vereinstrainer coachte Löw in den 90er Jahren mit dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC gleich zwei seiner drei Klubs, für die er in der Bundesliga die Stiefel geschnürt hatte. Mit dem VFB erreichte er 1998 gar das Europapokalfinale der Pokalsieger, unterlag dort aber dem FC Chelsea. Im Ausland trainierte Löw als Proficoach mehr oder weniger glücklos unter anderem in der Schweiz den FC Winterthur, in Österreich neben Innsbruck Rekordmeister Austria Wien sowie in der Türkei Fenerbahce Istanbul und Adanaspor.

8. Als Bundestrainer steht Löw im Duell gegen England im Wembleystadion vor seinem 100. Länderspiel und ist der zehnte Nationaltrainer in der Geschichte der Nationalelf. Bei jedem seiner bisherigen drei Turniere erreichte Löw mit der Nationalelf mindestens das Halbfinale.

9. Jener kleine Kreis an Nationalspielern, die der in der Konfliktkommunikation als - sagen wir einmal - eher scheu geltende Löw aus diversen Gründen nicht mehr berücksichtigt (hat), liest sich zugegebenermaßen wie ein kleines Who is Who des deutschen Fußballs: Ballack, Frings, Kuranyi, Kießling, Weidenfeller. Im Wartestand: Gomez, Hummels, Großkreutz und Klinsmann.

10. Verdächtig oft wurde der feinsinnige Jogi Löw in seiner Amtszeit als Bundestrainer von Günter Netzer goutiert, der sich in Kritikphasen häufig in Kolumnen oder Interviews hinter Löw stellt. Schier zeitlos stilbildend ist hier wohl folgende Netzer'sche Antwort in einem faz-Interview während der WM in Südafrika. Im Übrigen auf die Frage, ob er Löw böse wäre, wenn dieser nach jener WM hinschmeißen sollte:

»Ja, ich wäre Löw böse, wenn er aufhört. Das ist wirklich so. Ich mag ihn sehr, ich schätze ihn sehr. Es gibt überhaupt keinen Grund hinzuschmeißen. Diese Mannschaft ist sein Werk - und dieser Weg ist noch lange nicht abgeschlossen. Das gibt man nicht auf. Und es gibt auch weit und breit keinen besseren Job für ihn. Es sei denn, er hat das Kapitel Nationaltrainer für sich erledigt und er möchte in den Klubfußball und jeden Tag die Spieler um sich haben. Das ist das einzige Argument, das ich akzeptieren würde. Aber die Voraussetzungen, die er bei der Nationalmannschaft vorfindet, gibt es nirgendwo sonst. Das ist eine Spielwiese im Paradies.«
 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Genialer Grätscher aus Göteborg

Deutschlands letzter Auftritt in der WM-Quali in Schweden mutet als Spiel um die Goldene Ananas an, haben beide Teams immerhin das Ticket nach Brasilien oder in die Relegation gelöst. Spannungshemmend wirkt dazu, dass in Stockholm mit dem gesperrten Zlatan Ibrahimovic der prominenteste »Schwedenhappen« nicht mit von der Partie sein wird. Doch um Zlatan soll es sich nun ausnahmsweise einmal nicht drehen. Eher um Glenn Hysén, einen der wohl besten schwedischen Stopper aller Zeiten...

Die schwedische Verteidigerlegende Glenn Hysén und Diego Maradona haben erstaunlicherweise gleich mehrere Dinge gemeinsam. Zum einen wurden beide am 30. Oktober geboren. Zum anderen waren sie in ihrer Hauptschaffenszeit in den Achtzigern jeder in seinem Ressort wunderbare Solisten. Über Maradonas Ballfertigkeiten braucht man sicher kaum Worte zu verlieren. Hysén hingegen war ein antizipierender Innenverteidiger, ein humorloser wie genialer Grätscher und damit ein wahrhaftiger Sliding Tackling-Solist.

Als Kaleidoskop für Hyséns Fertigkeiten soll uns ein Qualifikationsmatch für die WM 1990  dienen, welches Hysén mit Schwedens (alte) Wembleystadion führte. Dort berannten die von John Barnes und Gary Lineker angeführten Engländer fast pausenlos den schwedischen Strafraum, erreichten diesen jedoch fast gar nicht. Denn jener Glenn Hysén, mit der Kapitänsbinde um den linken Arm und der blauen Nummer drei auf dem gelben Trikot der Tre Kronors, avancierte zum so genannten schwedischen Turm in der Schlacht. Hysén lief den Hausherren reihenweise die Bälle ab und ließ ein ums andere Mal seine Grätschqualitäten aufblitzen. Es versteht sich von selbst, ohne dabei auch nur ansatzweise Foul zu spielen. Wie etwa im zweiten Abschnitt, als er dem einschussbereiten Lineker im schwedischen Sechzehner schon beinah virtuos grätschend das runde Leder abluchste, fast katzenhaft geschmeidig wieder auf die Beine kam und sogleich den Schwedens Gegenangriff einleitete.


Alt sah Hysén, der damals für den AC Florenz in der Serie A spielte, eigentlich nur etwas wegen seines so genannten grau melierten Schopfes aus und empfahl sich bei seinem persönlichen Sliding Tackling-Festival an diesem milden Abend im Herbst '88 offenbar nachhaltig den Spähern des FC Liverpool, dessen roten Dress er kurz darauf tragen sollte. Und das alles in einer längst vergangenen Zeit, als das strenge Reglement der UEFA lediglich erlaubte, zwei Ausländer gleichzeitig in der ersten Elf auflaufen zu lassen. Neben seinen Gastspielen in Florenz und Liverpool stand Hysén im Ausland zudem in Diensten des PSV Eindhoven. In Schweden wurde Hysén, dessen Karrierestart Ende der Siebziger ein gewisser Sven-Göran Eriksson ermöglichte, vor allem in seiner Heimatstadt beim IFK Göteborg eine große Nummer. Im blau-weißen Trikot des schwedischen Rekordmeisters feierte Hysén nicht nur diverse Meistertitel und Pokalsiege, gleich zweimal gewann Hysén mit dem IFK in den Achtzigern den UEFA-Pokal.

Gut zwei Dekaden nach seinem Karriereende beschränkt sich der heute 53-jährige Hysén nicht nur allein auf seinen Legendenstatus. Wie auf YouTube vortrefflich zu beobachten ist, kroch er einmal im Rosenborg Trondheim-Trikot durch Fußballstadien oder schmettert mitunter in prominenten Gesangstrios alte ABBA-Schlager. Nicht zu vergessen: seit knapp drei Jahren trainiert Hysén, dessen ältester Sohn Tobias im schwedischen Kader gegen Deutschland steht, den in Göteborg ansässigen Drittligisten Utsiktens BK. Dort ist als Verteidiger längst Hyséns jüngster Sohn Anton in die Fußstapfen von Vater Glenn getreten. Sich international einen Namen machte sich der mutige Anton übrigens 2011, als er in dem schwedischen Fußballmagazin Offside sein Coming-Out bekannt gab.

Der Artikel ist in älterer Version in dem Fußball-Blog Thor Waterschei erschienen.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Auf zum Zuckerhut

Viva Colonia! Köln war am Freitagabend für die deutsche Nationalelf wieder einmal ein gutes Pflaster. Dank eines hochverdienten 3:0-Sieges gegen erwartbar kampfstarke Iren, die in Spiel eins nach der Entlassung von Giovanni Trapattoni eine vielbeinige Variante eine irischen Catenaccios aufzogen, qualifizierten sich die Nationalelf für die WM 2014 in Brasilien. Die besten Iren des Abends waren neben den fantastischen mitgereisten Fans, Irlands toller Torwart Forde und der ergraute irische Barde Johnny Logan, der einst zweimal den ESC gewann und vor dem Anpfiff anmutig die irische Hymne Amhrán na bhFiann schmetterte.

Nach den siegreichen 90 Minuten dröhnte selbstverständlich das erwähnte Viva Colonia aus den Kölner Stadionlautsprechern. Jogis Löwen drehten währenddessen pflichtbewusst ihre Ehrenrunde und die Zuschauer schwenkten dazu artig ihre Fähnchen. Alles ansprechend für die Menschen vor den Fernsehschirmen, wie diese früher im Sprech öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten hießen, durchchoreografiert. Zu spüren war auf dem Rasenrechteck allerorten Erleichterung. Darüber, die hohen Erwartungen als Gruppenfavorit erfüllt und das verheißene WM-Ticket gelöst zu haben. Überschwänglich jubelnd in die Arme gefallen sind sich Jogis Löwen freilich nicht. Allerorten ansteckender Enthusiasmus auf dem Rasen und den Rängen sieht doch etwas anders aus. Oder nicht? Der Funke sprang leider nicht so über, wie etwa im verregneten November 1989 in Köln.

Ich erinnere mich, wie im einstigen Müngersdorfer Stadion der Fußballnation ein kollektiver Stein vom Herzen fiel, als Lokalmatador Thomas Häßler gegen wackere Waliser mit seinem Siegtor das zum 1990er WM-Ticket löste und den Weg zum WM-Titel in Italien ebnete. Die von Teamchef Franz Beckenbauer trainierte Elf um Lothar Matthäus, Rudi Völler oder Andy Brehme schien Begeisterung entfachen zu können. Ein knappes Vierteljahrhundert später sind die Konstellationen, Vorzeichen und auch die Mentalitäten sowie Spielkultur untrüglich andere, so dass ein Vergleich verschiedener Generationen wie so oft a priori hinkt.

Was bleibt, ist das dieser Tage so oft beschworene und in jenem November 1989 zu Grunde gelegte Kölner Omen. Nachdem nun das WM-Ticket wie 1989 erneut in Köln gelöst wurde, dürfen wir demnach verstärkt hoffen und werden gern orakeln, dass Jogis durch dieses Omen gestärkte Nationalelf in Brasilien Weltmeister werden wird. Stören wir uns gar nicht an dem widerstreitenden Omen, wonach es noch nie einer europäischen Nationalmannschaft gelang, in Südamerika zum Weltmeister zu avancieren. Die Neue Osnabrücker Zeitung schrieb am Samstagmorgen dennoch und offenbar in ergebener Gefolgschaft jenes Kölner Omens, der Aufstieg zum Gipfel des Zuckerhuts könne beginnen.

Schaun mer mal, wie beschwerlich dieser Aufstieg 2014 sein wird. Ob der aktuelle Bundestrainer wohl weiß, dass jener Gipfel des knapp 400 Meter hohen Granitfelsens auch per Seilbahn erreichbar ist? Diese Seilbahn heißt übrigens O Bondinho. Das lässt sich zwar hören. Schier ausgeschlossen dürfte indes sein, dass einer der nächsten brasilianische Superstars diesen Namen trägt. Wer will halt schon als Erbe Pelés ausgerufen werden und übersetzt zugleich die Einschienenbahn heißen. In diesem Sinne: auf zum Zuckerhut...

 

Freitag, 11. Oktober 2013

Nebulöser Neuneinhalber

Es ist gar nicht so einfach in der weiten Welt des Fußballs auf Ballhöhe zu bleiben. Die Tage einer Saison vergehen so rasant wie David Odonkor einst über die Flügel sprintete. Verfügte Jogi Löw etwa noch neulich über eine ansprechende Stürmer-Garde, sieht es vor den Länderspielen gegen Irland und in Schweden geradezu mau aus, in der Spitze von Löws Nationalelf. Daher kam mir nun ein Ereignis in den Sinn, welches ich längere Zeit verdrängt hatte. Es geht um einen circa ein Jahr alten Donnerstagskicker, der mir zuletzt in die Hände fiel, als ich das Altpapier entsorgte.

Der Wind blätterte wie in einem schlechten Film die letzte Seite auf und von dort sprach plötzlich eine Bundesliga-Legende exklusiv zu mir.  »Was machen Sie eigentlich, Manni Burgsmüller?« hatte der kicker  den noch immer amtierenden Rekordtorschützen des BVB (135 Treffer) in der Bundesliga gefragt. Und Burgsmüller sollte wortreich davon schwelgen, wie er dank Otto Rehhagel einst als Methusalem Werder Bremens noch mit 38 Jahren die Meisterschale in die Höhe stemmen durfte. Dazu war von seinem Bedauern zu lesen, zum Ende der wilden 70er nur ganze drei Mal den DFB-Adler auf der Brust getragen zu haben.

Burgsmüller unkte, damals  seiner Zeit voraus gewesen zu sein und vorortete sich selbst als »Neuneinhalber« Er sei eine »neuneinhalb« gewesen, fuhr er fort, wie sie Dortmunds Marco Reus oft bei Borussia Mönchengladbach gegeben habe.  Reus sei zwar schneller unterwegs, er selbst, also Burgsmüller, wäre dafür torgefährlicher gewesen. Und siehe da, das schier zeitlose Schlitzohr Burgsmüller unkte weiter, jene Position womöglich erfunden zu haben. Leider hätten die früheren Bundestrainer Derwall und Schön geradezu verkannt, so bedauert Burgsmüller, dass er als zurückgezogene Spitze am stärksten gewesen sei. Keine Rede war hingegen von den seinerzeit kapitalen Konkurrenten wie Kalle Rummenigge oder Klaus Fischer. Was schließt man daraus? Offensichtlich war für derlei nebulöse »Neuneinhalber«, damals die Zeit noch nicht reif, zumindest in der Nationalelf .

Was besagten Klaus Fischer angeht, vergaß good old Manni Burgsmüller allerdings zu erwähnen, wie Fischer anno 1977 in seiner Paradedisziplin gegen die Schweiz das deutsche Tor des Jahrhunderts erzielte. Und Burgsmüller? Der stand an jenem Abend, an dem er im Stuttgarter Neckarstadion sein Debüt mit dem Adler auf der Brust feierte, in der Nähe von Fischers Geniestreich entfernt und schaute dem Schalker »Fallrückzieher-König« zu.


Nur wenige werden im Übrigen wissen, dass Burgsmüller an jenem Abend selbst ein durchaus sehenswertes Fallrückziehertor unter die Unterkante der eidgenössischen Latte zimmerte, welches letztlich nicht zählen sollte. Im YouTube-Kosmos findet man als »Burgsmüller Bicycle Kick«. Dennoch wabert es im Kernschatten von Fischers Jahrhundertor ebenso nebulös vor sich hin wie Burgsmüller weiland den »Neuneinhalber« gab.


Ob Jogi Löw einen juvenilen Burgsmüller gegen Irland in dessen Paraderolle hätte gebrauchen können? Wir werden es nie erfahren...

 

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Blogstöckchen: Länderspielpause

Länderspielpause! Ja, da ist sie. Wie auch das Blogstöckchen, das FCS-Blogger Carsten Pilger in diesen Blog hinüberwarf. Vielen Dank. Ich nehme es gerne auf und bedanke mich ebenso für sein geäußertes Mitgefühl anlässlich des verzichtbaren Segelstreichens meiner Lieblingskicker von Werder Bremen in der 1. Pokalrunde bei Carstens Lieblingsklub, dem 1. FC Saarbrücken.
 
 
 
Doch genug der Einleitung. Auf zur Beantwortung des kleinen Fragenkatalogs, den Carsten an sein Blogstöckchen gebunden hat:
 
Bislang bestes Spiel 2013/2014?
SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 3:3
Wie sich am Resultat unschwer erkennen lässt, sprang am letzten Septembersonntag für Werder gegen die Glubberer leider kein Heimsieg heraus. Von der vierten Reihe der Südtribüne des Weserstadions aus betrachtet, fühlte sich Werders spielfreudiges Spiel, inklusive einer 2:1-Führung, bis zum Halbzeitpfiff allerdings an, als befinde man sich in den besten Jahren der Schaaf-Ära. Werder endlich wieder wunderbar, ein famoses Gefühl. Selbst, wenn das Endergebnis einen eher derbe in die Realität zurückholte...
 
Absolutes Langweilerspiel 2013/2014?
Färöer-Inseln – Deutschland 0:3 (EM-Quali)
Ein Langweiler? Sicher das deutsche Gastspiel auf den Färöer-Inseln. Die Vorberichte über Land und Leute auf den Schafsinseln im hohen Norden sowie die mediale Erinnerung an die Fredi-Bobic-Gedenkmarke  waren weitaus spannender als die 90 Minuten von Thorshavn. Von denen habe ich lediglich Mertesackers Führungstreffer sowie die windigen Anfangsmomente mitbekommen habe. Erst der Schlusspfiff verbunden mit Gerd Gottlobs finalem Kommentar haben mich wieder geweckt. Gottlob!
 
Welcher Trainer ist mir angenehm positiv aufgefallen?
Thomas Schaaf
Bekanntlich ist Schaaf derzeit ohne Traineramt- und würden. Umso beeindruckender empfand ich es, dass sämtliche mehr oder weniger goutierten HSV-Gerüchte sich als Sturm im boulevardesken Wasserglas herausgestellt haben. Schaaf ist und bleibt halt 100 % Werder!
 
Welcher Trainer nicht?
Jürgen Klopp
Nach Kloppos Narretei von Neapel träume ich noch immer von seiner Grimasse gegenüber dem vierten Offiziellen und wache nachts deshalb bisweilen gar entsetzt auf. Daher wünsche mir, dass nicht so schnell weitere Klopp-Grimassen von den unzähligen TV-Kameras eingefangen werden. Und Kloppo, dass ihm irgendwann infolge dessen verzichtbare Falten erspart bleiben.
 
Welcher mediale Hype hat zuletzt genervt?
Eindeutig die immer wieder medial aufgewärmte »K-Frage«. Es darum, wann und ob Jogi Löw den Martin Max seiner Generation, Stefan Kießling, wieder oder auch nicht nominiert. Völlig gleichgültig ist hierbei, ob Bayer Leverkusens blonder Franke nun zu stark, international zu schwach oder doch Deutschlands in der Tat letzter Mittelstürmer sein sollte. Ich befürchte, dass Jogi eher Per Mertesacker als »echten Neuner vom Range eines Horst Hrubesch« ausruft, bevor »Kieß« zum  nationalen Notnagel erklärt wird.  Also, die  »K-Frage« ist doch längst ausgekocht...
 
Meine Mannschaft hat bislang…
…elf Punkte auf dem Konto und sollte rasch mindestens weitere 24 sammeln, damit der von »Kaiser Franz« orakelte Abstieg Werders tatsächlich kein Thema wird...
 
In der Länderspielpause werde ich…
…ganz genau hinschauen, ob irgendein irischer Nationalkicker (#Abwehrrecke, #Stopper) Werders Defensive die notwendige Robustheit verpassen könnte.
 
Blogstöckchen - das Prinzip:
Fragen kopieren, im eigenen Blog beantworten. Ob auf Zuwurf oder mit Aufheben des Stöckchens, entscheidet Ihr ganz alleine. Alles kann, nichts muss! Ich werfe das Stöckchen mal weiter zu »Im Schatten der Tribüne« und zu »Catenaccio«.

Foto: der-Libero.de